Kann Magna Opel wirklich retten?

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Der österreichisch-kanadische Konzern Magna und die russischen Partner hatten beim Opel-Einstieg den Vorzug vor dem italienischen Autobauer Fiat bekommen.

Hamburg - Wenige Tage nach der dramatischen Opel-Rettung werden Zweifel an dem Geschäft mit dem Autozulieferer Magna und russischen Investoren lauter.

So bringt nach "Spiegel"-Informationen das Konsortium aus Magna und der russischen Sberbank zunächst nur 100 Millionen Euro an Eigenkapital ein.

Das gehe aus der Absichtserklärung hervor, die dem Nachrichtenmagazin vorliegt. Bislang hatte es geheißen, die beiden Partner engagierten sich mit 500 Millionen Euro. 400 Millionen stellen Magna und Sberbank den Angaben zufolge aber nur als zinsloses Darlehen zur Verfügung, für das sie sich Sicherheiten einräumen ließen. Erst schrittweise und über Jahre solle der Kredit in Eigenkapital umgewandelt werden.

"Spiegel" und die "WirtschaftsWoche" zitieren auch aus einem Schnell-Analyse der Unternehmensberatung McKinsey im Auftrag der hessischen Regierung, in der auf Risiken des Sanierungskonzepts von Magna hingewiesen werde. Die Annahmen erschienen optimistisch, der operative Geschäftsplan sei ambitioniert, heiße es dort. Binnen fünf Jahren wolle Opel den Gewinn vor Steuern und Zinsen um 3,3 Milliarden Euro verbessern, der Umsatz solle um binnen fünf Jahren um 30 Prozent steigen. Dazu müssten die Modelle für die Käufer wertvoller werden - andere Hersteller hätten dafür "mindestens zwei Produktzyklen" gebraucht, heißt es in dem Gutachten laut "WirtschaftsWoche". Zudem müsste Opel neue Kundenschichten gewinnen.

Der österreichisch-kanadische Konzern Magna und die russischen Partner hatten beim Opel-Einstieg den Vorzug vor dem italienischen Autobauer Fiat bekommen. Bisher gibt es eine vorläufige Vereinbarung. Für Ende September erwartet Magna den Vertragsabschluss zur Übernahme des deutschen Autobauers. Fiat hatte das weitere Interesse an Opel bekräftigt, auch chinesische Investoren sind weiter am Ball.

Schon am Vortag waren mehrere Hürden für die Opel Rettung bekanntgeworden wie Milliardenschwere Pensionslasten und hohe Lizenzzahlungen an die bisherige Konzernmutter General Motors .

Das Nachrichtenmagazin "Focus" schreibt in seiner neuen Ausgabe zudem, die staatliche Überbrückungshilfe für Opel fließe zur Hälfte ins europäische Ausland. Die deutschen Steuerzahler müssten zwar für Kredite in der Höhe von den 1,5 Milliarden Euro bürgen, berichtet "Focus" unter Berufung auf Regierungskreise. Im Land bleiben aber nur 750 Millionen Euro. 600 Millionen Euro gehen nach Saragossa in Spanien. Die britischen Vauxhall-Produktionsstätten könnten auf Risiko der deutschen Steuerzahler im August für 150 Millionen Euro Werkzeuge für den Bau des neuen Astra finanzieren. Das Risiko eines Ausfalls der Kredite werde von der Bundesregierung "angesichts der laufenden Verluste der Adam Opel GmbH als überdurchschnittlich hoch eingeschätzt", zitiert das Magazin aus einer vertraulichen Regierungsvorlage für den Haushaltsausschuss des Bundestages.

dpa

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