Juncker: Griechenlands Souveränität wird massiv eingeschränkt

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Jean-Claude Juncker vermutet, dass Griechenland massiv eingeschränkt wird

München - Jean-Claude Juncker befürchtet, dass Griechenland aufgrund der Rettungsmaßnahmen einen großen Teil seiner Souveränität verlieren wird. Er ist für eine Lösung wie bei der deutschen Wiedervereinigung.

Schuldensünder Griechenland wird nach Einschätzung von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker im Zuge der internationalen Rettungsmaßnahmen einen Teil seiner Souveränität verlieren. “Es ist wahr, die Souveränität der Griechen wird massiv eingeschränkt“, sagte Luxemburgs Premier dem Nachrichtenmagazin “Focus“. Griechenland habe jahrelang vom Euro profitiert. “Es hat durch eigenes Verschulden einige Dinge ins Rutschen gebracht. Und wenn man die jetzt wieder mit vereinten Kräften in Ordnung bringt, müssen die Griechen auch verstehen, dass eine kollektive Antwort nötig ist“, fügte Juncker hinzu. “Wir zwingen die griechische Politik mit deren Einverständnis zu einer totalen Kurskorrektur.“

Das griechische System zur Steuererhebung funktioniert nach seinen Worten “nicht in vollem Umfang“. Man dürfe die Griechen nicht beleidigen, müsse ihnen aber helfen. “Sie haben sich bereiterklärt, eine Expertise-Zufuhr aus der Euro-Zone anzunehmen“, ergänzte der Vorsitzende der Eurogruppe. So braucht Athen nach Junckers Ansicht für die anstehenden massiven Privatisierungen von Staatseigentum eine “Lösung nach dem Vorbild der deutschen Treuhandanstalt“. Diese Behörde sollte volkseigene Betriebe der untergehenden DDR seinerzeit in die Privatisierung führen.

Juncker zeigte sich zuversichtlich, dass die in die Wege geleitete Hilfe für das krisengeschüttelte Land auch zum Erfolg führen werde. “Das jetzige Maßnahmenpaket, mit dem Athen sich einverstanden erklärt hat, wird die Lösung der Griechenland-Frage bringen“, so Juncker. Die Euro-Finanzminister hatten am Samstag einen neuen Milliardenkredit freigegeben und damit eine Staatspleite vorerst abgewendet.

dpa

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