Japans Notenbank öffnet Geldschleusen vorerst nicht weiter

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Nach einer Anhebung der Mehrwertsteuer im vergangenen April war Japan wieder in eine Rezession gerutscht. Foto: Jens Büttner

Tokio (dpa) - Kurz vor der mit Spannung erwarteten Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) über ihren künftigen Krisenkurs hat Japans Notenbank beschlossen, vorerst die Geldschleusen nicht weiter zu öffnen.

Rückenwind erwarten die Notenbanker in Tokio von der Wirtschaftsentwicklung. Angesichts fallender Ölpreise und eines neuen Konjunkturpakets der Regierung hoben sie am Mittwoch ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum Japans im Fiskaljahr 2015 auf 2,1 Prozent an. Bisher waren die Währungshüter von einem Plus von 1,5 Prozent ausgegangen.

Im laufenden Steuerjahr (bis 31. März) dürfte die Wirtschaft dagegen um 0,5 Prozent schrumpfen, statt wie zuvor noch erwartet um 0,5 Prozent zu wachsen. Nach einer Anhebung der Mehrwertsteuer im vergangenen April war Japan wieder in eine Rezession gerutscht.

Wegen des Verfalls der Ölpreise senkte die Zentralbank aber ihre Inflationserwartung für das kommende Fiskaljahr auf ein Prozent nach zuvor geschätzten 1,7 Prozent. Notenbankchef Haruhiko Kuroda gab sich am Mittwoch zuversichtlich, dass die angestrebte Inflationsrate von rund 2 Prozent trotz des Ölpreissturzes im Verlauf des kommenden Fiskaljahres doch noch erreicht wird. Billigeres Öl sei für das rohstoffarme Japan letztlich gut und könne langfristig helfen, dass die Preise anziehen, so Kuroda.

Deshalb entschied die Notenbank, die bereits aggressiv gelockerte Geldpolitik nicht noch weiter zu lockern. Dagegen wird erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) an diesem Donnerstag die Geldschleusen öffnen wird, um einen Sturz in die Deflation - einen anhaltenden Preisverfall, der eine Abwärtsspirale in der Wirtschaft auslösen kann -, wie ihn Japan erlebt hat, zu verhindern.

Ökonomen in Japan erwarten, dass sich der Preisanstieg in Japan auch in nächster Zeit weiter abschwächen wird. Die Zentralbank wird daher nach Einschätzung mancher Experten kaum umhinkommen, die Geldschleusen im späteren Jahresverlauf doch noch weiter zu öffnen, um ihr eigentliches Inflationsziel von 2 Prozent wie geplant bis März 2016 zu erreichen.

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