Alles wird teurer

Inflation steigt im April auf 2,0 Prozent

Das Gefühl, dass alles teuerer wird, täuscht nicht: Die Inflation ist im April auf 2,0 Prozent gestiegen. Foto: Armin Weigel
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Das Gefühl, dass alles teuerer wird, täuscht nicht: Die Inflation ist im April auf 2,0 Prozent gestiegen. 

Wiesbaden - Der Preisauftrieb in Deutschland beschleunigt sich. Vor allem für Energie und Pauschalreisen müssen Verbraucher im April tiefer in die Tasche greifen. Grund dafür: das späte Osterfest.

Höhere Preise für Energie und Urlaubsreisen haben die Inflation in Deutschland im Ferienmonat April nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes auf 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr getrieben.

Das teilte die Behörde in Wiesbaden mit. Im März hatte die Rate im Vergleich zum Vorjahr noch bei 1,6 Prozent gelegen. Ökonomen rechnen allerdings damit, dass sich die Teuerung wieder abschwächt.

Verbraucher müssen tiefer in die Tasche greifen

Entscheidend für den Anstieg im April ist aus ihrer Sicht neben den Energiepreisen (plus 5,1 Prozent) vor allem die Lage des Osterfestes, das in diesem Jahr im April gefeiert wurde, 2016 dagegen im März. Verbraucher hätten daher für Übernachtungen und Pauschalreisen tiefer in die Tasche greifen müssen als im Vorjahr.

"Das Hoch bei den deutschen Inflationsraten dürften wir vorerst gesehen haben", sagte DZ Bank-Volkswirt Michael Holstein voraus. Mit deutlich niedrigeren Raten sei allerdings auch nicht mehr zu rechnen, insbesondere wegen der steigenden Mieten.

KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner rechnet in den kommenden Monaten mit Preissteigerungen von eher eineinhalb als von zwei Prozent. "Der Normalisierungsprozess der Inflation hierzulande – und noch mehr der im Euroraum insgesamt – braucht Zeit und Geduld. Das erklärt auch die abwartende Haltung der EZB."

Leitzinsen weiter auf Rekordtief

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält vorerst an ihrem Billiggeld-Kurs fest. Banken bekommen frisches Zentralbankgeld weiterhin zu null Prozent Zinsen. Der Rat der Notenbank hielt den Leitzins im Euroraum bei seiner Sitzung am Donnerstag in Frankfurt wie erwartet auf diesem Rekordtief.

Die EZB strebt im Euroraum eine nachhaltige Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent an, bei der sie Preisstabilität gewahrt sieht. Um das Ziel zu erreichen, versuchen die Währungshüter mit viel billigem Geld nachzuhelfen. Diese Politik ist vor allem in Deutschland umstritten, auch weil sie Sparer belastet.

Gegenüber dem Vormonat blieben die Verbraucherpreise in Europas größter Volkswirtschaft im April unverändert.

dpa

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