Warnstreiks der Metaller gehen weiter

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Bei Porsche in Stuttgart ist eine Kundgebung mit Betriebsratschef Uwe Hück geplant. Foto: Marijan Murat/Archiv

Frankfurt/Main - Erneut haben Tausende Metaller in Warnstreiks ihre Arbeit für kurze Zeit unterbrochen. Sie wollen Druck machen bei den laufenden Tarifverhandlungen und könnten bald mächtige Unterstützer bekommen.

Die IG Metall hat die Warnstreiks in der deutschen Metall- und Elektroindustrie fortgesetzt. Nach dem heftigen Auftakt vom Freitag mit rund 110.000 Beteiligten legten bundesweit mehr als 29.000 Beschäftigte aus fast 200 Betrieben kurzfristig die Arbeit nieder.

Für zusätzlichen Zoff sorgte die zweite Verhandlungsrunde zum separaten Haustarifvertrag bei Volkswagen: Nach nur einer Stunde verließen die IG-Metall-Unterhändler "stinksauer" die Gespräche, nachdem der Autokonzern erneut kein Angebot vorgelegt hatte.

Schwerpunkt der Ausstände zum Flächentarif war zu Wochenbeginn Nordrhein-Westfalen mit rund 6700 Teilnehmern. Bei der bundesweit größten Kundgebung versammelten sich rund 3000 Metaller vor den Werkstoren des Autoherstellers Porsche in Stuttgart. "Wenn die Arbeitgeber nicht ordentlich nachlegen, sollten wir die Tische umwerfen", sagte Porsche-Gesamtbetriebsratschef Uwe Hück.

Die IG Metall fordert für die rund 3,8 Millionen Beschäftigten in den deutschen Schlüsselindustrien fünf Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber hatten in der dritten Gesprächsrunde ein neues Angebot vorgelegt: Ab April sollte es danach eine Entgeltsteigerung in zwei Stufen geben, die sich bei einer Laufzeit von 24 Monaten auf insgesamt 2,1 Prozent summiert. Hinzu käme eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent über zwölf Monate.

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hatte am Wochenende den Arbeitgebern mit unbefristeten Streiks gedroht. Die Tarifverhandlungen gehen am 11. Mai zunächst in Baden-Württemberg in die vierte und möglicherweise entscheidende Runde. Die Forderung der IG Metall lehnen die Arbeitgeber strikt ab, weil sie die wirtschaftlichen Bedingungen der Branche ignoriere.

Auch beim größten Autohersteller stehen die Zeichen auf Konfrontation. "Volkswagen hat nichts auf den Tisch gelegt, und wir sind stinksauer", sagte Verhandlungsführer Hartmut Meine in Hannover. Er warf VW vor, sich hinter den parallel laufenden Verhandlungen im Metall-Flächentarif zu verstecken. Bei VW herrscht noch bis Ende Mai eine Friedenspflicht, am 19. Mai soll das nächste Mal gesprochen werden.

Meine warnte das Unternehmen vor Fehleinschätzungen: "Sie schätzen die Stimmungslage der Menschen in den sechs Volkswagen-Standorten völlig falsch ein. Da gibt es Debatten: Warum haben wir keinen Bonus und warum kriegt der Vorstand einen Bonus? Und wenn jetzt nicht einmal ein Angebot für die Tarifrunde kommt; das wird die Leute richtig wütend machen."

dpa

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