Selbstbestimmtes Arbeiten

IG-Metall bereitet Lohnrunde vor - Diskussion um Arbeitszeit

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Der Erste Vorsitzende der IG Metall: Jörg Hofmann.

Die IG Metall bereitet sich auf die nächste Lohnrunde vor. Die Bedingungen für weitere Lohnsteigerungen seien gut, meint der neue Chef Jörg Hofmann. Ein komplexes Thema wird erst einmal ausgeklammert.

In der anstehenden Tarifrunde für die deutsche Metall- und Elektroindustrie geht es voraussichtlich ausschließlich ums Geld. „Aus heutiger Sicht sehe ich keine weiteren Themen. Aber wir werden nun zunächst in den Betrieben und Regionen darüber diskutieren“, sagte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, der Deutschen Presse-Agentur. Die Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall für die rund 3,8 Millionen Beschäftigten der deutschen Kernindustrie sollen im März beginnen.

Zunächst außen vor bleibt damit die Frage einer modernen Arbeitszeitgestaltung, zu der die Gewerkschaft im Jahr 2016 eine breite Kampagne auf betrieblicher und politischer Ebene plant. Auch anhand konkreter Fallbeispiele solle gemeinsam mit den Mitgliedern darüber nachgedacht werden, wie in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt der Arbeitseinsatz der Einzelnen fair organisiert werden kann.

Es dürfe nicht allein um wirtschaftliche Effizienz gehen, warnte der Gewerkschafter. „Wir brauchen einen Aushandlungsprozess für selbstbestimmteres Arbeiten mit mehr Zeitsouveränität für den Einzelnen.“ Mit Gesamtmetall sei man aufgrund einer Gesprächsverpflichtung aus der vergangenen Tarifrunde über arbeitszeitpolitische Themen bereits in Gesprächen, die zur anstehenden Tarifrunde aber ausgesetzt werden sollen.

Über die genaue Höhe der Forderung für März werde erst in den kommenden Wochen entschieden, sagte Hofmann. Die Gesamtkonjunktur entwickle sich stabil nach oben, werde aber anders als in den Vorjahren überwiegend durch die Inlandsnachfrage der Konsumenten und des Staates getragen. „Das ist ein guter Grund, die stabile Einkommenspolitik fortzusetzen.“

Die Situation in den verschiedenen Branchen sei weiterhin sehr unterschiedlich. Während die Geschäfte der Autohersteller, der Elektroindustrie oder der Werkzeugmaschinenbauer hervorragend liefen, hätten beispielsweise Anlagenbauer und der Sondermaschinenbau Probleme. „Das Bild bleibt durchmischt“, sagte Hofmann. Daher wird sich die Tarifpolitik weiter an den volkswirtschaftlichen Rahmendaten und nicht an Sonderkonjunkturen einzelner Branchen orientieren.“

Unzufrieden zeigte sich der IG-Metall-Chef mit den Fortschritten bei der Integration von Flüchtlingen. Diese müsse vor allem über die Ausbildung laufen. Daher verabrede die IG Metall gemeinsam mit den Arbeitgebern konkrete Programme und werde diese im Januar mit Initiativen anderer DGB-Gewerkschaften bündeln, um hier bestehende Hürden aus dem Weg zu räumen. So würden die bislang für Jugendliche mit Lernschwierigkeiten gedachten Förderprogramme auch ausdrücklich für Flüchtlinge geöffnet. Betriebsräte könnten die Neulinge zudem vor Ort konkret und objektiv zu Arbeitsmarktfragen informieren.

Von der Großen Koalition erwartet die Gewerkschaft noch einige politische Veränderungen. „Mitten in der Legislaturperiode kann sich die Bundesregierung noch nicht auf die Couch legen“, sagt Hofmann. Offen seien beispielsweise noch das Rückkehrrecht aus Teilzeit auf einen Vollzeitjob und die ebenfalls im Koalitionsvertrag vereinbarte Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge. Auch den Gesetzesvorstoß von Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) zur Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern unterstützt die IG Metall.

dpa

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