"Gemeinsam Schaden minimieren"

Ifo-Chef: EU darf nach Brexit nicht beleidigt sein

Der Präsident des ifo-Instituts, Clemens Fuest. Foto: Christina Sabrowsky
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Der Präsident des ifo-Instituts, Clemens Fuest. Foto: Christina Sabrowsky

München - Die EU als beleidigte Leberwurst als Reaktion auf den Brexit? Davor warnt der Ifo-Chef. Die Staatengemeinschaft würde sich damit nur selbst schaden.

Ifo-Präsident Clemens Fuest hat Großbritannien verteidigt und die EU vor einer "Strafexpedition" als Reaktion auf das Brexit-Votum gewarnt. Mit beleidigten Reaktionen würde sich Europa selbst schaden und "den Zerfall der EU nur beschleunigen", sagte der Ökonom: "Ich würde das für einen historischen Fehler halten."

Dass London den EU-Austrittsantrag erst nach Verhandlungen über das künftige Verhältnis stellen wolle, sei verständlich. Denn einige Europäer wollten Großbritannien ausgrenzen - aus eigenen wirtschaftlichen oder politischen Interessen oder auch, damit kein anderes Land dem britischen Beispiel folgt. Die EU dürfe aber den Binnenmarkt nicht aufs Spiel setzen, sondern müsse alles tun, um "gemeinsam den Schaden für Europa zu minimieren", forderte Fuest.

Wie mit der Schweiz könnte auch mit Großbritannien ausgehandelt werden, wie weit eine Einschränkung der Zuwanderung eine Einschränkung des Zugangs zum Binnenmarkt bedeuten müsse. "Diese Verhandlungen muss man führen ohne Schaum vor dem Mund", mahnte Fuest. Ein harter Schnitt schade Deutschland und Europa.

Alle News zum Brexit-Votum und den Folgen lesen Sie in unserem Brexit-Ticker.

dpa

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