Nach Insolvenz

IAG übernimmt Großteil von Air-Berlin-Tochter Niki

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Niki soll an British-Airways-Mutter IAG verkauft werden

Niki Lauda wird es nicht, aber dafür eine spanisch-britische Holding: Die International Airlines Group (IAG) übernimmt im Schnellverfahren Niki, die insolvente Tochter von Air Berlin.

Berlin (dpa) - Die British-Airways-Mutter IAG hat nach eigenen Angaben eine Einigung über die Übernahme des insolventen österreichischen Ferienfliegers Niki erzielt. IAG werde für 20 Millionen Euro Vermögenswerte von Niki übernehmen und der Fluggesellschaft überdies 16,5 Millionen Euro zuschießen, teilte der Konzern am Freitagabend in London mit. Niki, die früher zu Air Berlin gehörte, werde der spanischen IAG-Tochter, dem Billigflieger Vueling, eingegliedert.

Von den 1000 Niki-Beschäftigten sollen etwa 740 übernommen werden, wie es in der IAG-Mitteilung weiter hieß. In Deutschland sind derzeit noch 210 Menschen bei Niki beschäftigt. "Dieses Geschäft wird Vueling in die Lage versetzen, ihre Präsenz in Österreich, Deutschland und der Schweiz auszuweiten und den Kunden in der Region eine größere Auswahl bei Niedrigkosten-Reisen zu bieten", erklärte IAG-Chef Willie Walsh.

IAG-Tochter Vueling profitiert

Niki Lauda hatte zuletzt ebenfalls wieder Interesse an seiner alten Airline bekundet.

Durch das Geschäft fallen laut IAG 15 Airbus-Maschinen vom Typ A320 an Vueling sowie Start- und Landerechte in Städten wie Düsseldorf, München, Zürich, Wien und Palma de Mallorca. Niki war in Turbulenzen geraten, nachdem ihr Mutterkonzern Air Berlin Mitte August Insolvenz angemeldet hatte. Am 14. Dezember stellte sie ihren Flugbetrieb ein, so dass tausende Reisende festsaßen.

Die Zeit drängte den Mutterkonzern von British Airways bei den Verhandlungen: Der Niki-Verkauf sollte bis zum Sonntag unter Dach und Fach sein. Hintergrund ist, dass die Airline ansonsten Gefahr läuft, die Betriebserlaubnis und damit die wertvollen Start- und Landerechte, die sogenannten Slots, an den Flughäfen zu verlieren. Zudem droht Niki das Geld auszugehen.

Ursprünglich waren vier Bieter im Rennen

Die Tochtergesellschaft der seit Monaten insolventen Air Berlin hatte vor zwei Wochen Insolvenz angemeldet und den Flugbetrieb eingestellt. Zuvor war die bereits ausgehandelte Übernahme durch den deutschen Marktführer Lufthansa an Bedenken der EU-Wettbewerbshüter über mögliche Monopolstrecken abgesagt worden war. Ursprünglich hatten sich vier Bieter verbindlich um den Kauf der Niki bemüht. Am Donnerstag legte sich der Gläubigerausschuss darauf fest, nur noch mit einem Bieter weiterzuverhandeln, der spanisch-britischen Holding IAG.

afp/dpa

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