200.000 bedrohte Stellen

IAB: "Horroszenarien" wegen Mindestlohn unbegründet

Berlin - Das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit hat davor gewarnt, wegen des geplanten Mindestlohns von 8,50 Euro den möglichen Verlust von Arbeitsplätzen zu dramatisieren.

„Horrorszenarien sind absolut nicht angemessen“, sagte der Chef des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Joachim Möller, der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag). Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute hatten in ihrem Frühjahrsgutachten von 200.000 bedrohten Stellen gesprochen.

Lohnuntergrenzen in gut einem Dutzend Branchen

Möller wies darauf hin, dass es in gut einem Dutzend Branchen bereits Lohnuntergrenzen gebe und diese der Beschäftigung nicht geschadet hätten. Auch in Großbritannien als Musterland des Mindestlohns in Europa hätten sich die anfänglichen Befürchtungen eines Verlusts von zwei Millionen Stellen nicht bewahrheitet.

Für Ostdeutschland hätte sich Möller allerdings einen geringeren Mindestlohn gewünscht, „weil das Lohnniveau dort niedriger ist und somit die Gefahr größer, dass bei 8,50 Euro Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren“. Dies sei politisch aber nicht durchzusetzen. Auch in der Gruppe der 18- bis 21-Jährigen könne es Probleme geben. Dort sei mehr als die Hälfte ohne Berufsausbildung; viele könnten ihren Arbeitgebern zu teuer werden.

dpa

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