Branche vor der IAA in Bestform

Studie: Globale Autoindustrie fährt im ersten Halbjahr Rekordgewinne ein

Die 16 größten Autobauer machten im ersten Halbjahr 2021 mehr als 70 Milliarden Euro Gewinn - auch dank einer hohen Nachfrage nach Luxus-Limousinen.
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Die 16 größten Autobauer machten im ersten Halbjahr 2021 mehr als 70 Milliarden Euro Gewinn - auch dank der hohen Nachfrage nach Luxus-Limousinen.

Kaum ein Jahr nach dem Corona-Einbruch ist die Autoindustrie wieder obenauf. Wie gut es für die Branche bis Mitte des Jahres lief, zeigt eine Studie.

Stuttgart/München - Für die weltweite Autoindustrie läuft es wieder prächtig. Einer Studie zufolge hat die Branche im ersten Halbjahr dieses Jahres operativ so viel Geld verdient wie nie zuvor. Die 16 größten Autokonzerne* fuhren der Erhebung des Beratungsunternehmens EY zufolge zwischen Januar und Ende Juni Betriebsgewinne von zusammen 71,5 Milliarden Euro ein - das sei ein Rekordwert.

Im Vorjahr hatten die Konzerne im gleichen Zeitraum nach einer am Dienstag veröffentlichten Studie noch einen Verlust von insgesamt 4,1 Milliarden Euro eingefahren. Damals waren angesichts des Beginns der Corona-Krise* die weltweiten Lieferketten und die Nachfrage zusammengebrochen.

Auffällig: Die meisten Firmen vermeldeten satte Betriebsgewinne, obwohl der weltweite Pkw-Absatz und auch die Firmenumsätze im Schnitt nach wie vor unter dem Vor-Corona-Niveau lagen. So wurden im ersten Halbjahr demnach nur 33,5 Millionen Fahrzeuge verkauft, elf Prozent weniger als in der ersten Hälfte des Jahres 2019. Auch die Erlöse der 16 größten Autokonzerne lagen mit 809 Milliarden Euro noch rund 2 Prozent unter dem Vergleichswert von 2019.

EY: Nachfrage auf dem Automarkt größer als das Angebot

EY*-Branchenexperte Peter Fuß sagte, die Firmen hätten vor allem von den in der Corona-Krise eingeleiteten Sparmaßnahmen und vom Trend zu teuren und großen Modellen profitiert. Zudem sei durch den aktuellen weltweiten Chipmangel bei hoher Auto-Nachfrage ein günstiges Preisumfeld entstanden. „Der Chipmangel führt dazu, dass sich die Autokonzerne auf margenstarke Fahrzeuge konzentrieren und weniger darauf angewiesen sind, hohe Rabatte zur Ankurbelung des Geschäfts zu geben. Derzeit ist die Nachfrage größer als das Angebot - diese Situation weiß die Branche durchaus für sich zu nutzen.“

Blickt man auf die Margen, sind die deutschen Autohersteller BMW* und Daimler* laut der Studie führend. Die operative Umsatzrendite - also das, was vom Umsatz am Ende noch als Gewinn aus dem operativen Geschäft übrig bleibt, - lag bei BMW mit 14,5 Prozent höher als bei allen anderen großen Autokonzernen. Daimler (12,9 Prozent) folgt auf Rang zwei, der Volkswagen-Konzern* (8,8 Prozent) auf Rang sechs. Die Umsatzrendite ist Maßstab dafür, wie profitabel eine Firma arbeitet. In den Zahlen sind nicht nur die reinen Pkw-Geschäfte, sondern auch alle anderen Aktivitäten der 16 Konzerne enthalten.

IAA: Branche feiert sich selbst - Umweltaktivisten kündigen Widerstand an

Gelegenheit, den Erfolg zu feiern, bekommt die Branche vom 7. bis 12. September. Dann startet in München die Internationale Automobil Ausstellung (IAA) mit über 700 Ausstellern, darunter nicht nur Autohersteller und Zulieferer, sondern auch 70 Fahrradhersteller sowie Start-ups und IT-Unternehmen. Im Fokus steht dabei die weitere digitale Vernetzung sowie zahlreiche Verbesserungen bei Sicherheit und Komfort. Umweltaktivisten kündigten im Vorfeld Proteste gegen das „Greenwashing“ der Automobilindustrie an. Geplant seien Aktionen zivilen Ungehorsams sowie ein Alternativ-Gipfel zur Mobilitätswende. (dpa/pb) *Merkur.de ist ein Teil von IPPEN-MEDIA

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