Automobilmesse

Nach Problemen in Frankfurt: Geht die Automesse jetzt nach Köln?

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Deutlich weniger Besucher als im Jahr 2017 kamen zur IAA 2019 in Frankfurt. Dafür kamen zahlreiche Umweltaktivisten. Autohersteller wollen die Messe jetzt nach Köln verlegen.

Nach den Problemen der IAA 2019 in Frankfurt sprechen sich die Autohersteller Ford, Toyota und e-Go für Köln als neuen Standort aus.

Update vom Montag, 18.11.2019, 9.31 Uhr: Die Chefs der Autohersteller Ford, Toyota und e.Go haben sich für Köln als neuen Standort der Automesse IAA ausgesprochen. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“. Alle drei Autohersteller haben ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen.

„Mit der Spielemesse Gamescom hat Köln ja bereits bewiesen, dass man solche Formate stemmen kann“, sagte Gunnar Herrmann, Chef von Ford Deutschland. Toyota-Deutschland-Chef Alain Uyttenhoven sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Köln wäre definitiv ein sehr guter Standort für die Messe. Nicht nur Ford und Toyota haben hier ihren Sitz, sondern auch zahlreiche große und bedeutende Zulieferer.“

IAA: Autohersteller Ford, Toyota und e.Go werben für Standort Köln

Auch Günther Schuh, Entwickler des elektrischen Stadtautos e.Go, sieht klare Standortvorteile am Rhein. Er sagte, ein industrielles Umfeld sei wichtig für die Messe. Dieses gebe es in Köln mit einer Vielzahl namhafter Firmen nicht nur aus dem Automobilbereich. Auch die innenstadtnahe Lage des Kölner Messegeländes ist ihm zufolge ein starker Pluspunkt.

Der Vertrag der Automobilmesse IAA mit dem bisherigen Standort Frankfurt ist ausgelaufen. Die deutschen Hersteller und ihr Verband VDA denken über einen Wegzug der Messe nach. Besonders Köln und Berlin werden gute Chancen für eine Neuausrichtung der Branchenschau eingeräumt. Im September hatte es in Frankfurt unter anderem große Proteste von Klimaschützern gegen die IAA gegeben.

IAA 2019 in Frankfurt: Stadt mit großzügigem Angebot für Automobilindustrie

Update vom Samstag, 13.10.2019, 6.23 Uhr: Die Stadt Frankfurt unterbreitet der Automobilindustrie ein großzügiges Angebot. Die Automobilmesse IAA soll in Zukunft auf das Stadtgebiet von Frankfurt ausgedehnt werden, berichtet fnp.de*.

Update und Rückblick vom Mittwoch, 25.09.2019, 14.23 Uhr: Die IAA 2019 in Frankfurt sorgte vergleichsweise häufig für Negativ-Schlagzeilen:  

  • scharfe Proteste von Umwelt- und Klimaschützern 
  • Demonstartionen und Blockaden, insbesondere am ersten Publikumstag   
  • drastischer Rückgang an namhaften Ausstellern 
  • Zwist um den nicht eingeladenen Frankfurter OPberbürgermeister 
  • Rücktritt des VDA-Präsidenten Mattes  
  • Einbruch der Besucherzahl 
  • Zweifel am bisherigen Konzept der Messe   
  • Standortfrage ungewiß 

Auto-Verband zieht trotzdem positive Bilanz der IAA 2019

Dennoch bewertet der Verband der Automobilindustrie (VDA) die Auto-Show als Erfolg. Der scheidende Präsident Bernhard Mattes kündigt jedoch an, dass die Internationalen Automobil-Ausstellung möglicherweise eine neue Ausrichtung bekommen soll. „Über den Jahreswechsel müssen wir schon in die Richtung kommen: So soll es ausschauen“, sagt Mattes. Auch eine Strandortentscheidung sei noch nicht getroffen. Diskutiert werde ein Konzept mit wechselnden Veranstaltungsorten.      

Wie nie zuvor nutzten Klimaaktivisten und Umweltschützer die IAA als Plattform für Kritik an der Automobilbranche. Tausende Menschen protestierten für autofreie Städte, kostenlosen öffentlichen Nahverkehr und den Ausbau von Fahrradwegen. Die Autolobbyisten reagierten auf die Kritik überfordert und hilflos.  

Update vom Freitag, 20.09.2019, 14.55 Uhr: Die IAA läuft noch bis Sonntag (22.9.), doch offenbar kann man bereits jetzt abschätzen, dass dieses Jahr deutlich weniger Besucher kamen als bei der IAA vor zwei Jahren. Bis zum Abschluss derIAA erwartet der Verband der Automobilindustrie (VDA) „deutlich mehr als eine halbe Million“ Besucher. 2017 kamen insgesamt 810.000 Besucher nach Frankfurt. 

„Dass diese IAA mit ihrer geringeren Zahl an ausstellenden Automobilmarken weniger Besucher als 2017 ausweisen würde, hatten wir erwartet“, sagte VDA-Präsident Bernhard Mattes. Wichtige Hersteller aus Japan, den USA, Frankreich und Italien fehlten, gleichzeitig nutzten Klimaaktivisten und Umweltschützer die IAA als Plattform für Kritik an der Automobilbranche.

Update vom Donnerstag, 19.09.2019, 10:36 Uhr: Die hessische CDU und die AfD attackieren weiterhin Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Mit seiner Kritik an der Autoindustrie schade Feldmann der Stadt Frankfurt, poltert CDU-Generalsekretär Manfred Pentz. Anstatt inhaltlich auf die Argumente des Oberbürgermeisters einzugehen, schwadroniert der CDU-Mann über einen Rücktritt Feldmanns von seinem Aufsichtsratsvorsitz bei der Messe Frankfurt. 

In dasselbe Horn stößt auch die AfD im hessischen Landtag. Feldmann füge der Stadt Frankfurt „enormen Schaden“ zu und sei als Aufsichtsratsvorsitzender der Messe nicht mehr tragbar, wettern die Rechten. 

Im Osten von Frankfurt droht ein Verkehrskollaps. Wegen einer Bombenentschärfung ist eine der wichtigsten Hauptstraßen gesperrt. So kommen Sie aus der Stadt.

IAA 2019 in Frankfurt: Autohersteller bringen virtuelle Realitäten mit

Update vom Dienstag, 17.09.2019, 12.15 Uhr:Auf der IAA in Frankfurt trumpfen die Autohersteller mit virtuellen Realitäten auf. Da wird aus einer Autofahrt auch mal ein Ritt auf einem Flugsaurier. Audi treibt das Spiel auf die Spitze und präsentiert seine auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas preisgekrönte und mittlerweile ausgegründete VR-Experience „Holoride“ an diesem Freitag (20.9.) erstmals der deutschen Öffentlichkeit.

Update vom Dienstag, 17.09.2019, 11.30 Uhr: Nach den Protesten vom Wochenende kehrt die IAA zum Alltag zurück - soweit das bei den überall präsenten Diskussionen um SUV und Spritfresser eben geht. Noch bis zum 22. September finden die Publikumstage statt, die Messe ist bis dahin täglich von 9 Uhr bis 19 Uhr geöffnet.

Update vom Montag, 16.09.2019: Vor den Toren der Internationalen Automobilausstellung wird demonstriert, drinnen kann man sich Autos anschauen. Ein Rundgang über die IAA in Frankfurt.

Update vom Samstag, 14.09.2019, 15.17 Uhr: Trotz der zahlreichen Proteste rund um die IAA am Samstag zeigt sich der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, Bernhard Mattes, gut gelaunt. Der erste Publikumstag zeige die hohe Attraktivität der Internationalen Automobil-Ausstellung. "Rund 60.000 Besucher kamen auf die international wichtigste Mobilitätsplattform, um die Weltneuheiten zu erleben und die Faszination Auto bei Probefahrten, Offroad-Parcours, E-Move-Track und weiteren Experience-Formaten zu erfahren. Seit Beginn der IAA wurden bereits 175.000 IAA-Gäste gezählt", sagte er.

„Fridays for Future“ sagt Auftritt auf der IAA in Frankfurt ab

Update vom Samstag, 14.09.2019, 09.41 Uhr: Es ist ein Rückschlag im gerade begonnenen Dialog zwischen Klimaschützern und Autoindustrie. Die Bewegung Fridays for Future hat ihren für den heutigen Samstag geplanten Auftritt auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) abgesagt. Die Aktivistinnen Carla Reemtsma und Kira Geadah begründeten ihre Absage damit, dass „keine tatsächliche Gesprächsbereitschaft“ seitens des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA) bestehe. Dies zeige sich dadurch, dass der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bei der IAA-Eröffnung nicht habe reden können. Das Idealbild der Automobilindustrie blieben schnellere, größere und vor allem immer mehr Autos. Das lasse tatsächlich keinen Platz für eine klimagerechte Zukunft.

Auch der Umweltarbeitskreis in der SPD-Bundestagsfraktion sagte einen Auftritt bei der IAA am kommenden Mittwoch ab. „Die Automobilindustrie hat nichts begriffen“, sagte die Frankfurter SPD-Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen.

Update vom Freitag, 13.09.2019, 17:03 Uhr: Bleibt die IAA künftig in Frankfurt? Die Entscheidung über den Standort soll in diesem Winter fallen. Ob es bei dem bisherigen Messestandort bleibt ist ungewiss: Viele namhafte Hersteller haben bereits der Messe den Rücken gekehrt. Zudem muss sich die Automobil-Industrie massive Kritik an der strategischen Ausrichtung ihrer Mobilitätskonzepte gefallen lassen. Auf den Protest reagieren die Topmanager weitgehend hilflos und überfordert. Droht dem großen Auto-Spektakel in Frankfurt demnächst also das Aus?  

Fakt ist, dass der Vertrag zwischen der Messe Frankfurt und dem Verband der Deutschen Automobilindustrie bislang noch nicht verlängert wurde. „Die Frage, an welchem Ort die IAA künftig stattfinden wird, ist noch nicht beantwortet“, sagt VDA-Sprecher Eckehart Rotter. „Ende des Jahres, Anfang 2020“ will der Verband eine Entscheidung treffen. 

Der scharfe Protest an der bisherigen Form der Internationalen Automobil Ausstellung zeigt unterdessen offenbar Wirkung: Die IAA soll sich „zur Mobilitätsschau“ wandeln, sagt Rotter. Moderne Umwelttechnologie und „CO2-Neutralität“ sollten im Mittelpunkt stehen.

IAA 2019 in Frankfurt: Die Selbstinszenierung der Automobil-Branche ist ein PR-Flop

Update vom Freitag, 13.09.2019, 11:53 Uhr: Die große Selbstinszenierung der Automobil-Branche auf der IAA 2019 in Frankfurt ist zu einem riesigen PR-Flop geworden: Bei der Eröffnung am Donnerstag stehen nicht etwa Themen ganz oben, die sich die Konzerne vielleicht gewünscht hatten. Stattdessen gibt es scharfen Protest von Klimaschützern, ein Redeverbot für den Frankfurter Oberbürgermeister, massenhafte Absagen großer, renommierter Autohersteller, den Rückzug des Verbandsvorsitzenden und Autolobbyisten Mattes, eine Debatte um den Messestandort Frankfurt und und und. Die Hoffnung der Konzerne, dass sich diese Messe positiv auf ihr Image und natürlich auf die Absatzzahlen auswirken möge, dürfte sich erst einmal zerschlagen haben. 

Selbst Kanzlerin Angela Merkel forderte in ihrer Eröffnungsrede, dass sich die Autoindustrie verändern müsse. Doch angesichts der vielen Arbeitsplätzen in dieser Branche hielt sich Merkel mit deutlicheren Worten zurück. 

Update vom Donnerstag, 12.09.2019, 17:50 Uhr: Der wichtigste Lobby-Verband der deutschen Automobilindustrie steht plötzlich ohne Chef da: Bernhard Mattes kündigte an, als Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA) zum Jahresende auszuscheiden. Mattes werde sich neuen Aufgaben zuwenden, teilte der VDA am Donnerstag mit.

Der Zeitpunkt der Bekanntgabe ist pikant, denn Mattes verkündet seinen Rücktritt während in Frankfurt die IAA läuft - die wichtigste Automobilmesse Deutschlands und eine der wichtigsten weltweit. Veranstaltet wird die IAA unter anderem vom bald führerlosen VDA. Die Automesse 2019 wird zunehmend zum totalen PR-Flop.

Mattes hatte bei der Eöffnung der IAA 2019 am Donnerstagvormittag angesichts der massiven Proteste einräumen müssen, dass „nicht alle in der Branche ihr Berstes getan haben, um Vertrauen bei den Kunden herzustellen“. Er spielte damit auf den Abgas-Skandal an. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass VW auch bei den neuesten Dieselfahrzeugen mit Euro-6-Norm geschummelt haben soll.  

Update vom Donnerstag, 12.09.2019, 16:00 Uhr: Der Oberbürgermeister von Darmstadt, Jochen Partsch (Grüne), hat seine Teilnahme an einer VDA-Veranstaltung auf der IAA am Freitagnachmittag aus Solidarität mit Peter Feldmann abgesagt. Der Frankfurter Oberbürgermeister Feldmann war vom Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) nicht zur Eröffnung der IAA 2019 in Frankfurt eingeladen worden, nachdem bekannt geworden war, dass er sich kritisch über die Branche äußern wollte. 

„Frankfurt braucht mehr Busse und Bahnen, aber nicht mehr SUVs"

Feldmann hat sein Rede-Manuskript mittlerweile auf Facebook veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem: „Frankfurt braucht mehr Busse und Bahnen, aber nicht mehr SUVs." Partsch sprang seinem Frankfurter Amtskollegen, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Frankfurter Messe ist, zur Seite: Feldmann nicht sprechen zu lassen, bezeichnete Partsch als „respektlos“ und „Affront gegenüber der Stadt Frankfurt und allen anderen Städten, die derzeit aufgrund der Versäumnisse der Automobilindustrie massiv unter Umwelt- und Verkehrsproblemen sowie insbesondere unter Streckenfahrverboten für Diesel-Fahrzeuge zu leiden haben“. Er wolle bei dem am Freitagnachmittag geplanten Bürgerdialog „nicht das grüne Feigenblatt“ sein, sagte Partsch nach einer Pressekonferenz zum Darmstädter Haushalt im Rathaus. Der Oberbürgermeister, der ein für Termine in der Stadt fast ausschließlich mit seinem grünen E-Bike unterwegs ist und sich mit den beiden Vorständen des städtischen Beteiligungsmanagements ein Elektrofahrzeug als Dienstwagen teilt, veröffentlichte am Donnerstagnachmittag einen Offenen Brief an VDA-Präsident Bernhard Mattes

Unterdessen will Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen, an der Veranstaltung teilnehmen. Der sogenannte Bürgerdialog „Mobilität der Zukunft“ findet am 13. September von 16:30 bis 20 Uhr im Kongresshaus der Messe Frankfurt, Raum Kap Europa, Osloer Str. 5, statt. Dabei wollen Manager der Automobil-Industrie mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft über Fragen wie etwa der nachhaltigen Gestaltung von Verkehr diskutieren. Der Bürgerdialog steht grundsätzlich allen Interessierten offen, jedoch ist die Teilnehmerzahl auf 200 Personen begrenzt. Unter diesem Link können Sie sich anmelden

Update vom Donnerstag, 12.09., 15:05 Uhr: Nachdem im Vorfeld der IAA kritische Stimmen zur Messe und zur Branche deutlich dominierten, hat der Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei Herstellern und Zuschauern einen positiven Eindruck hinterlassen. Merkel versprach der deutschen Autoindustrie eine enge Zusammenarbeit. Gemeinsam müsse man die „Herkulesaufgabe“ bewältigen, den Verkehrssektor schnell klimafreundlicher zu machen, sagte sie. 

Skeptischer Blick: Angela Merkel bei der Eröffnung der IAA 2019 in Frankfurt. 

Am Ende ihres 90-minütigen Rundgangs mit Besichtigung etlicher Elektroautos, autonom fahrender Shuttle-Busse sowie mit etwas Klimaprotest zog die E-Kanzlerin ein zufriedenes Zwischenfazit: „Ich konnte mich überzeugen, dass wir nicht vor einem Umbruch stehen, sondern dass dieser Umbruch bereits Realität ist.“ 

Nichts ist mehr übrig von der vor zwei Jahren noch deutlich formulierten Kritik an den Dieselschummlern, auch die Vorbehalte gegen die beim Kunden erfolgreichen, aber schweren Stadtgeländewagen (SUV) macht sich die Kanzlerin nicht zu eigen. Die Greenpeace-Proteste gegen angebliche "Klimakiller" an den Ständen von VW und BMW ignoriert die Kanzlerin ebenfalls, fragt die Autobosse nach Batteriereichweiten und nach den verschiedenen Entwicklungsstufen zum autonomen Fahren. 

VW wirbt unterdessen aber auch munter weiter für seinen neuesten SUV:

Merkels neues „Wir können das schaffen“

„Wir können das schaffen, als Deutschland vorne mit dabei zu sein“, sagt Merkel. Bis 2022 solle entlang aller Autobahnen der neue Mobilfunkstandard 5G zur Verfügung stehen, und zwei Jahre später auch entlang der Bundesstraßen. Die Technologie ist wichtig für neue digitale Funktionen in den Autos. Für den Erfolg der Elektromobilität sei die Verlässlichkeit der Ladeinfrastruktur von größter Bedeutung, mahnt die Kanzlerin. 20.000 Ladepunkte seien noch lange nicht ausreichend, befindet sie zur Freude der Hersteller.

Update vom Donnerstag, 12.09., 11:35 Uhr: Etwas vorschnell beendet Mercedes auf Twitter bereits mittags den ersten Tag der IAA 2019. Dabei ist die Messe für Fachbesucher natürlich auch am Nachmittag und noch bis 19 Uhr geöffnet. Dafür liefert der Hersteller aus Sindelfingen schon einige schöne Impressionen mit Bildern von neuen Mercedes-Modellen.

Update vom Donnerstag, 12.09., 10:21 Uhr: Die IAA 2019 in Frankfurt ist eröffnet. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Donnerstagvormittag den Startschuss für das große Auto-Spektakel gegeben. Merkel nannte die europäischen Klimaziele für 2030 eine „Riesenherausforderung“ - und nahm die Auto-Hersteller in die Pflicht: Seit 1990 sei „keinerlei CO2-Reduktion in der Gesamtmenge des Verkehrs“ erreicht worden, zusätzlich hätten unzulässige Abschalteinrichtungen mitten in einem „riesigen Wandel“ der Mobilität zu einem Vertrauensverlust bei den Kunden geführt. 

Der Automobilbranche schlägt derzeit heftiger Gegenwind ins Gesicht: Gegen die kaum nachhaltige Technologien und ihre umweltzerstörenden Folgen regt sich scharfer Protest. Doch auf Kritik reagieren die Auto-Konzerne mit Unverständnis. BMW, Daimler und Volkswagen sprechen stattdessen von einer Dämonisierung der Autoindustrie.

Feldmann darf dieses Mal nicht reden

Unterdessen hat der Autoverband VDA in diesem Jahr erstmals auf eine Rede des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann verzichtet. Der SPD-Politiker hatte sich eigentlich in einer Rede kritisch mit der Automobilindustrie auseinandersetzen wollen. „Frankfurt braucht mehr Busse und Bahnen, aber nicht mehr SUVs“, war demnach eine der Forderungen in seinem Rede-Manuskript. Außerdem wollte der Oberbürgermeister die Demonstrationen die IAA loben. Das war der Automobilindustrie offenbar dann doch zu viel.   

Rund um die Ausstellung gibt es heftige Kritik von Klimaschützern. Diese werfen der Autoindustrie vor, den Wandel zu emissionsfreier Elektromobilität nicht entschlossen genug voranzutreiben und weiter auf klimaschädliche Stadtgeländewagen (SUVs) zu setzen. Für das Wochenende sind große Demonstrationen angekündigt. Die Stimmung ist zudem von einer sich eintrübenden Autokonjunktur geprägt. 

Update vom 11.09.2019: Die IAA eröffnet erst am morgigen Donnerstag - doch schon vorher wird sie von wichtigen Akteuren in Frage gestellt. In Herstellerkreisen werde ein neues Messekonzept mit wechselnden Veranstaltungsorten diskutiert, berichtet das „Handelsblatt“. Die Unternehmen wollten künftig eher Mobilitätskonzepte präsentieren statt neue Autos in Messehallen. Erste Konzepte sollten auf einer Sitzung an diesem Donnerstag besprochen werden.

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Der Verband der Automobilindustrie (VDA) bestätigte als Veranstalter, dass man für die IAA verschiedene Optionen prüfe. „Über Entscheidungen sprechen wir dann, wenn das Konzept steht“, sagte Verbandssprecher Eckehart Rotter.

Lesen Sie auch: Stars bei der IAA - Jogi Löw mag Oldtimer, Uwe Ochsenknecht feiert und Robin Schulz legt auf

Die IAA 2019 steht massiv unter Druck: Zahlreiche frühere Aussteller haben abgesagt. Ein Vertrag zur Fortsetzung der IAA in den kommenden Jahren besteht nicht, wie VDA und Messe bestätigen. Die massiven Proteste, die Umweltaktivisten für das Wochenende angekündigt haben, dürften ihr übriges tun.

Volkswagen stellt Elektroauto VW ID.3 vor

Was das Umweltimage angeht, hat VW seit dem Dieselskandal wohl jede Glaubwürdigkeit verspielt. Immerhin wollen die Wolfsburger jetzt zeigen, dass sie auch noch etwas anderes können als jede Menge Feinstaub zu produzieren und stellen den VW ID.3 vor. Es handelt sich dabei um das erste Elektroauto des Konzerns auf einer neuen Fahrzeugplattform, die speziell für E-Modelle entwickelt wurde. 

Lesen Sie auch: Frankfurts OB darf nicht auf der IAA reden

Bereits im Sommer 2020 sollen die ersten Modelle im Werk Zwickau vom Band rollen. Der ID.3 hat in etwa die Größe eines VW Golfs. Es soll drei verschieden Akku-Größen geben, die Batterien können demnach 45, 58 und 77 kWh speichern. Das soll für Reichweiten (im Idealfall) von 330, 420 und 550 Kilometern reichen.  

IAA 2019: VW ID.3 vor der IAA vorgestellt

Das erste Modell, das den Kunden angeboten wird, soll in der mittleren Akku-Größe ausgeliefert werden. Die 58 kWh-Batterie leistet damit maximal 150 kW (204 PS) und schickt ein stattliches Drehmoment von 310 Newtonmetern auf die Hinterräder. Die Höchstgeschwindigkeit dieses ID.3 ist auf 160 km/h begrenzt.  

In der Basisversion mit dem kleinsten Akku soll der VW-Stromer knapp 30.000 Euro kosten. Dafür gibt es eine Garantie von acht Jahren oder 160.00 Kilometern Laufleistung auf die Batterie.   

Mit dem ID.3 will VW ins Elektro-Zeitalter fahren. 

Ob das Projekt mehr ist als heiße Luft aus der Marketing-Abteilung von VW muss sich erst noch zeigen. Schon öfter hatten sich die Wolfsburger Applaus für die Studien abgeholt, die dann gleich wieder in der Versenkung verschwanden. 2009 etwa brachten sie den Hybrid-Zweisitzer L1 auf die IAA - auf den Markt das Auto nie. Ähnliches gilt für die Studie Nils und weitere Vorzeigeprojekte.       

IAA 2019: Programm mit Öffnungszeiten, Anreise und allen Infos 

Die IAA 2019 findet vom 12. bis 22. September 2019 in Frankfurt auf dem Messegelände statt. Die Internationale Automobil Ausstellung zählt zu den wichtigsten Automessen der Welt und präsentiert alle zwei Jahre die neuen Modelle der PKW-Hersteller, Produkte der Zulieferindustrie und Konzepte für künftige Mobilitätslösungen. Wir haben alle Informationen zur IAA 2019 in Frankfurt für Sie zusammengestellt. 

Öffnungszeiten der IAA 2019 

Die Automobil Ausstellung öffnet am 12. und 13. September zunächst nur für Fachbesucher, vom 14. bis 22. September sind dann die sogenannten Publikumstage - dann ist die Messe für alle geöffnet.  

An den Publikumstagen ist die Automobilausstellung täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet, am 20. September, dem sogenannten „After-Work-Day“, von 11 bis 21 Uhr.  

IAA 2019: Tickets und Preise 

  • Tagesticket Werktag (16. - 20.09., ab 9 Uhr): 13 Euro (Online) / 15 Euro (Kasse) 
  • Tagesticket Wochenende (14., 15., 21. oder 22.09., 9 Uhr): 15 Euro (Online) / 17 Euro (Kasse)  
  • Nachmittagsticket (16.-20.09., ab 15 Uhr): 9 Euro (Online) / 11 Euro (Kasse) 
  • Familienticket (2 Erwachsene und 3 Kinder bis 14 Jahre, inkl. Gutschein für 2 Getränke): 35 Euro (Kasse) 
  • Tagesticket Schüler, Studenten, Azubis (14. - 22.09.): 8,50 Euro (Online) / 8,50 Euro (Kasse) 
  • Tagesticket ermäßigt:8,50 Euro (Kasse) 
  • Nachmittagsticket ermäßigt: 5,50 (Kasse) 
  • Geschenkticket (2-Tages-Ticket, an zwei aufeinanderfolgenden Publikumstagen gültig): 19 Euro (Online)
  • Kinder bis 6 Jahre, Rollstuhlfahrer und Behinderte: Eintritt frei  

Online-Portal für Tickets: tickets.iaa.de 

Anreise zur Automobil Ausstellung 

Am besten reisen Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur IAA nach Frankfurt. Die Deutsche Bahn bietet ein Veranstaltungsticket an - zum Festpreis kommen Sie von jedem DB-Bahnhof nach Frankfurt. 

Einfache Fahrt mit Zugbindung: 

  • 2. Klasse 54,90 Euro 
  • 1. Klasse 89,90 Euro 

Einfache Fahrt flexible Fahrzeiten: 

  • 2. Klasse 74,90 Euro 
  • 1. Klasse 109,90 Euro  

Sie können auch mit dem Fernbus nach Frankfurt kommen. Inhaber eines IAA-Tickets erhakten beim Anbieter FlixBus erhalten Sie 10 Prozent Rabatt auf den Fahrpreis.  

Vom Frankfurter Hauptbahnhof können Sie in ca 15 Minuten zu Fuß zur Messen laufen. Oder Sie fahren mit einem Taxi. Am einfachsten geht es jedoch mit dem ÖPNV.  

Vom Hauptbahnhof fahren die Straßenbahnlinien 16 und 17 zur Messe. Sie können auch die S-Bahn-Linien S3, S4, S5 und S6 verwenden. Aussteigen müssen Sie jeweils an der Station „Festhalle/Messe“.  

Autofahrer aufgepasst: Frankfurter Innenstadt ist Umweltzone 

Das IAA-Messegelände liegt in der Umweltzone von Frankfurt. Ihr Fahrzeug benötigt also die grüne Umweltplakette, um in Frankfurt unterwegs sein zu dürfen. Die offiziellen Besucherparkplätze liegen jedoch - mit Ausnahme des Parkplatzes „Gleisdreieck“ - außerhalb der Umweltzone.   

Highlights der IAA 2019 

Klar, Auto-Enthusiasten fiebern sicherlich den Auto-Neuheiten von Porsche, Audi und Co entgegen. Allerdings haben viele Hersteller ihre Teilnahme an der IAA 2019 abgesagt. Die großen französischen Marken Citroën, Peugeot und Renault bleiben weg, aber auch die Japaner Toyota, Nissan, Mazda und Mitsubishi sind in Frankfurt nicht vertreten. Gleiches gilt für Volvo, Dacia, Cadillac, Chevrolet und eine ganze Reihe anderer namhafter Hersteller. 

IAA Test Drive 

Ihnen genügt das Anschauen der neuen Modelle in den Messehallen nicht? Sie wollen selbst mal ausprobieren, ob der Wagen auch hält, was er optisch verspricht? Beim Test Drive können Sie bis zu 50 Fahrzeuge auf dem Freigelände F10 einer ausgiebigen Probefahrt unterziehen. Teilweise sind auch Ausflüge in die Frankfurter Innenstadt oder auf die Autobahnen im Rhein-Main-Gebiet möglich. Alles was Sie brauchen, ist ein gültiger Personalausweis und ein Führerschein. Gehen Sie auf dem Freigelände direkt zu den Anbietern und melden Ihre Wünsche an.   

IAA Offroad Parcours 

Auch Gelände-Fans kommen bei der IAA 2019 auf ihre Kosten. Ein anspruchsvoller Offroad-Parcours mit extremen Schräglagen, Buckelpisten und Schlaglöchern soll für erhöhten Puls sorgen. Wer also wissen will, ob ein fettes SUV für mehr taugt als nur die morgendliche Fahrt zur Kita, der darf auf der Freifläche der Agora mal die dicken Pseudo-Jeeps bewegen. Auf dem 4000 Quadratmeter großen Freigelände sind drei Strecken angelegt, die von Schräglage bis Wippe einiges zu bieten haben, was im normalen Stadtbetrieb garantiert eher selten zu bewältigen ist.  

Openair-Parcours für E-Bikes 

Falls Sie angesichts verstopfter Innenstädte eventuell ins Grübeln kommen, ob ein weiteres Auto wirklich so eine gute Idee ist: Es gibt auch Fahrräder auf der IAA. Allerdings mit zwei wichtigen Einschränkungen: Es sind Modelle von Autoherstellern bzw. Zulieferern, konkret von BMW, Skoda, Bosch und Brose u.a. Und: Natürlich haben die Dinger einen Motor - es sind E-Bikes. Wer sich dennoch in den Sattel schwingen will, kann das auf der Freifläche der Agora tun. Die Streckenlänge von 125 Metern ist vermutlich auch noch von eingefleischten Autofahrern zu bewältigen.

Oldtimer-Sonderschau IAA Heritage  

Und schließlich gibt es auf der IAA 2019 noch eine Reihe klassischer Oldtimer und Motorräder zu bestaunen. In unmittelbarer Nähe zum Eingang am Torhaus können alte Fahrzeuge „aus dem Premium-Segment“ angesehen werden. 

Proteste gegen klimaschädliche Pkw angekündigt 

Unterdessen haben sechs Umweltverbände Großdemonstrationen anlässlich der Internationalen Automobil Ausstellung angekündigt. Sie fordern eine „Verkehrswende weg von klimaschädlichen Diesel und Benzinern“. Der Fahrradaktivist Werner Buthe sorgt dafür, dass am kommenden Samstag Zehntausende vor die Tore der IAA an der Frankfurter Messe radeln. (mit dpa)

Von Tanja Banner, Kerstin Kesselgruber, Sabine Schramek und Ulrich Weih

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