Hotelvermittler HRS droht Ärger

+
Der Hotelvermittler HRS hat eine Abmahnung vom Kartellamt bekommen.

Bonn - Immer der beste Preis - das verlangt der Zimmer-Vermittler HRS von den Hotels. Gut für die Verbraucher, sagt das Internetportal. Schlecht für den Wettbewerb, sagte das Kartellamt.

Das Bundeskartellamt hat das Hotelbuchungsportal HRS ins Visier genommen. Die Behörde mahnte die mit den Hoteliers vereinbarte Meistbegünstigungsklausel ab. Nach Auffassung der Wettbewerbshüter ist diese Klausel kartellrechtswidrig. Die Abmahnung sei noch keine abschließende Entscheidung, teilte die Behörde am Freitag mit. Das in Köln ansässige Unternehmen HRS (Hotel-Reservation Service Robert Ragge GmbH) kann nun zu den Vorwürfen Stellung nehmen.

Die mit den Hotelpartnern vereinbarte Klausel soll HRS für das gesamte Angebot im Internet den jeweils besten Hotelpreis, die höchste Zimmerverfügbarkeit und die jeweils günstigsten Buchungs- und Stornierungskonditionen garantieren. Ab März soll die Klausel noch verschärft werden und auch für das Hotelangebot an der Rezeption gelten. In der Vergangenheit hat HRS nach Angaben des Kartellamtes mehrfach Hotels, die die Meistbegünstigungsklausel nicht einhielten, für weitere Buchungen gesperrt.

Die 10 schmutzigsten Hotels in Europa

Die 10 schmutzigsten Hotels in Europa

HRS sei das mit Abstand führende Hotelportal in Deutschland, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Durch die Best-Preis-Klausel werde Konkurrenten die Möglichkeit genommen, durch günstigere Konditionen Boden gut zu machen. “Newcomern wird der Markteintritt verwehrt. Deshalb stellen die Klauseln eine Gefahr für den Wettbewerb dar.“ Die Abmahnung bezieht sich auf die Meistbegünstigungsklausel. Sie erstreckt sich nicht auf die kürzlich von HRS angekündigte Erhöhung der Provisionen, die von vielen Hoteliers beklagt wurde.

HRS widersprach der Einschätzung des Bundeskartellamtes. Seine Firma nehme die Bedenken natürlich ernst, hieß es in einer Erklärung von Geschäftsführer Tobias Ragge. HRS habe aber gute Argumente, die verdeutlichten, dass der Wettbewerb nicht beschränkt werde. Von der Bestpreis-Garantie profitierten letztlich die Verbraucher. Das Unternehmen werde den Dialog mit der Behörde fortsetzen.

Top 10 Hotels mit Skandal-Potenzial

Top 10 Hotels mit Skandal-Potenzial

Der Hotelverband Deutschland (IHA) begrüßte die Abmahnung. Die durch HRS den Hotelpartnern abverlangte Ratenparität über alle Online- und Offline-Vertriebskanäle sei auch aus Sicht des Hotelverbandes ein massiver Eingriff in die unternehmerische Freiheit und eine eklatante Wettbewerbsbehinderung, hieß es in einer Erklärung.

Der IHA ist der Fachverband der Hotellerie in Deutschland. Er zählt rund 1400 Betriebe, die mit 170 000 Hotelzimmern einen Anteil von mehr als 20 Prozent des deutschen Hotelmarktes repräsentieren.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Rajoy kündigt Regierungsabsetzung in Katalonien an

Rajoy kündigt Regierungsabsetzung in Katalonien an

Erneuter Rückschlag für BVB - Bayern schließen auf

Erneuter Rückschlag für BVB - Bayern schließen auf

Artistisches Abschlusstraining

Artistisches Abschlusstraining

Meistgelesene Artikel

Neuer Faber-Castell-Chef setzt auf China und neue Trends

Neuer Faber-Castell-Chef setzt auf China und neue Trends

Airbus bildet mit Bombardier Allianz gegen Boeing

Airbus bildet mit Bombardier Allianz gegen Boeing

Discounter expandiert: In diese fünf Städte kommen bald Primark-Filialen

Discounter expandiert: In diese fünf Städte kommen bald Primark-Filialen

Zum Fahrplanwechsel: Bahn erhöht Preise - auch Fernzugtickets teurer

Zum Fahrplanwechsel: Bahn erhöht Preise - auch Fernzugtickets teurer

Kommentare