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H&M-Stellenabbau: Modehändler will vor allem Müttern kündigen - User entsetzt: „Eklig, asozial“

H&M-Shop: Der schwedische Modehändler will in Deutschland 500 Stellen streichen.
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H&M-Shop: Der schwedische Modehändler will in Deutschland 500 Stellen streichen.

Der schwedische Modehändler H&M will angesichts des boomenden Online-Handels und der Corona-Pandemie in Deutschland 800 Stellen streichen. Doch jetzt laufen Kunden gegen die Pläne Sturm.

  • Hennes & Mauritz (H&M) hat spät auf den boomenden Online-Handel reagiert.
  • Jetzt werden die Schweden von den Versäumnissen aus der Vergangenheit eingeholt.
  • Um die Kosten zu senken, will das Unternehmen in Deutschland jetzt Stellen streichen. Doch die Pläne drohen zum veritablen PR-Desaster zu werden.

Update vom 27.1.2021, 11.45 Uhr - Der schwedische Modehändler Hennes & Mauritz (H&M) will angesichts sinkender Umsätze in Deutschland 800 Stellen streichen. Offenbar sind von den Plänen vor allem junge Frauen betroffen, berichtet Business Insider.

Um den Personalabbau zu beschleunigen, plane das Unternehmen ein freiwilliges Abfindungsprogramm. Die Pläne zielten „explizit“ auf Mitarbeiter, die sich noch in Elternzeit befänden, berichtet das Portal unter Berufung auf ein internes Papier der H&M-Geschäftsführung. Zwar sind Mitarbeiter in Elternzeit gesetzlich vor einer Kündigung geschützt. Die Regelung greift aber nicht mehr nach der Rückkehr aus der Elternzeit. Bei H&M arbeiten vor allem junge Frauen. Damit wären junge Mütter besonders stark von den Plänen betroffen.

Die Gewerkschaft Ver.di lehnt die Pläne kategorisch ab. Ein Freiwilligen-Programm sei „kein Thema“, sagte eine ungenannte Betriebsrätin dem Portal. Auch bei der Gewerkschaft Verdi ist der Unmut große. H&M-Deutschlandchef Thorsten Mindermann verhalte sich „wie ein Unternehmenspatriarch, der Entscheidungen über die Köpfe von Frauen hinweg trifft“, sagte Cosimo-Damiano Quinto gegenüber Business Insider.

H&M: Shitstorm im Netz

Auch in den sozialen Netzwerken ist die Empörung groß. Die Pläne seien „diskriminierend“, „eklig“ und „asozial“, heißt es auf Facebook. Viele Nutzer wollen H&M künftig den Rücken kehren. „Ich werde H&M ab sofort boykottieren“, „Ich kauf da nicht mehr ein“, „Von mir keinen Cent mehr für das Unternehmen“, heißt es in den entsprechenden Posts. Dabei seien die Überlegungen des H&M-Managements ein Gau mit Ansage gewesen, witzelt ein User: „Ich stell mir gerade das Meeting bei H&M vor: Leute, wir brauchen unbedingt ein neues PR Desaster, jemand Ideen?“

Corona-Krise: Schwedischer Moderiese greift zum Rotstift – und will rund 800 Stellen streichen

Erstmeldung vom 26. Januar, 12.38 Uhr - Der schwedische Modehändler H&M will in Deutschland rund 800 Stellen streichen. Das entspreche rund 5 Prozent aller Beschäftigen des Unternehmens in der Bundesrepublik, sagte eine Unternehmenssprecherin am Dienstag in Hamburg.

H&M versuche, den Stellenabbau über ein Freiwilligenprogramm zu erreichen, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. „Sollte die Anzahl der Freiwilligen in diesem Programm nicht ausreichen, wird die Entscheidung über eine Sozialauswahl getroffen“, teilte das Unternehmen mit.  

Die Corona-Krise hatte den Moderiesen schwer getroffen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (30. November) sackten die Erlöse der H&M-Gruppe um 18 Prozent auf rund 187 Milliarden schwedische Kronen (etwa 18,3 Mrd. Euro) ab. Bereits im Oktober hatte der Konzern angekündigt, sein Filialnetz ausdünnen zu wollen.

H&M: Corona-Pandemie setzt vielen Bekleidungsketten massiv zu

Auch bei anderen Modehändlern hat sich die wirtschaftliche Situation infolge der Corona-Pandemie und des erneuten Lockdowns zuletzt teilweise dramatisch verschärft. Erst vor Wochenfrist hatte etwa die Modekette Adler Modemärkte Insolvenz angemeldet. Der Geschäftsbetrieb soll aber in vollem Umfang fortgeführt werden. Auch die Discount-Modekette Pimkie kämpft um ihre Existenz. Damit das Unternehmen überhaupt noch eine Überlebenschance hat, will das Management jetzt jeden zweiten Standort dichtmachen. (dpa)

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