Henkel: Persil und Fa federn Auswirkungen der Wirtschaftkrise ab

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Deutliche Zuwächse in der Waschmittel- und Kosmetiksparte haben die Folgen der Konjunkturkrise beim Traditionskonzern Henkel abgefedert.

Düsseldorf - Deutliche Zuwächse in der Waschmittel- und Kosmetiksparte haben die Folgen der Konjunkturkrise beim Traditionskonzern Henkel abgefedert.

Mit Marken wie Persil verbuchte der Konzern ein so hohes Umsatzplus wie seit Jahren nicht mehr. Eine konkrete Prognose für das Gesamtjahr wagte Vorstandschef Kasper Rorsted am Mittwoch dennoch nicht. Auch wenn die Talsohle erreicht sein könnte, müsse man weiter von einem ausgeprägten Rezessionsjahr ausgehen, sagte der Konzern-Chef.

Von April bis Juni verzeichnete der Konsumgüterhersteller vor allem wegen des Nachfragrückgangs im Klebstoffbereich ein Umsatzminus von 5 Prozent auf 3,48 Milliarden Euro. Das um Einmaleffekte und Restrukturierungsaufwendungen bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) verringerte sich um 17,2 Prozent auf 308 Millionen Euro. Der bereinigte Quartalsüberschuss von April bis Juni lag bei 162 Millionen Euro nach 227 Millionen Euro im Vorjahr. Seit Mai arbeitet der Konzern bereits an einer Neuaufstellung seiner kriselnden Klebstoffsparte in Europa.

Auch ein möglicher Stellenabbau werde geprüft, erklärte das Unternehmen. Noch sei aber nichts entschieden. Im vergangenen Jahr hatte Henkel bereits angekündigt, bis 2011 weltweit rund 3.000 Stellen von 58.000 streichen zu wollen, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. 1.000 Arbeitsplätze sollten dabei allein in Deutschland wegfallen. Die Effizienzmaßnahmen zeigten bereits Wirkung und würden auch das Ergebnis 2009 stützen, erklärte Rorsted.

Talfahrt im Klebstoffgeschäft verlangsamt

Insgesamt zeigte sich der Konzern-Chef trotz der Einbußen in der Klebstoffsparte zufrieden. Immerhin habe sich die Talfahrt hier im Vergleich zum ersten Quartal um 2,8 Prozentpunkte verlangsamt. Bereinigt um Wechselkurseffekte und Zukäufe sank der Erlös laut Konzern von April bis Juni um 15,4 Prozent. Die Wirtschaftskrise machte sich besonders im Geschäft mit den Industriekunden bemerkbar, zu denen die Auto- und Elektroindustrie zählen.

Deutlich bessere Ergebnisse weist die Waschmittelsparte auf: Mit einem organischen Umsatzwachstum von 6,3 Prozent verbuchte Henkel den höchsten Anstieg seit dem ersten Quartal 2007. Im Bereich Kosmetik und Köperpflege (Fa, Schwarzkopf) belief sich das Plus auf 3,5 Prozent. “Im Konsumentengeschäft setzen wir auch im dritten Quartal auf eine Fortsetzung der positiven Entwicklung“, betonte Rorsted. Das Krisenjahr 2009 sei für Henkel kein verlorenes Jahr. An seinem früheren Ziel, bis 2012 ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent und eine bereinigte Umsatzrendite von 14 Prozent zu erzielen, hielt der Henkel-Chef fest. Die Henkel-Aktie zählte am Donnerstag zu den Gewinnern im Deutschen Aktienindex DAX und legte zeitweise um mehr als sechs Prozent zu.

ap

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