Niedersächsische Wirtschaft hat große Hoffnung auf Iran-Geschäft

Immer einen Fuß in der Tür

Hannover - Von Burkhard Peters. Knapp 80 Million Einwohner und die größten Erdöl- und Gasvorkommen der Welt – der Iran bietet niedersächsischen Unternehmen hervorragende Perspektiven.

Dass mit dem erfolgreichen Abschluss der Atomverhandlungen nun die seit rund zehn Jahren währenden Wirtschaftssanktionen fortfallen, sorgt für gute Stimmung in der regionalen Wirtschaft. „Niedersächsische Unternehmen waren von den Sanktionen besonders hart betroffen“, erläutert Tilman Brunner, Außenhandelsexperte bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Hannover. Im Norden sitzen viele Zulieferer für die Erdölindustrie, für die der Iran bis zum Beginn der Sanktionen ein guter Kunde war. Und eben diese Kontakte hätten viele niedersächsische Betriebe auch in den Jahren des Embargos gepflegt, erläutert Brunner. „Wir hielten immer einen Fuß in der Tür.“

Vor zwei Jahren, als an ein Ende der Sanktionen gegen den Iran noch gar nicht zu denken war, sei bereits eine Delegation der IHK Hannover in das vorderasiatische Land gereist. Im kleinen Rahmen hätten Unternehmen zwischen Küste und Harz in den Iran exportiert, soweit es die Sanktionen zuließen. „Diese Kontakte sind nun Gold wert“, lobt Export-Fachmann Brunner. „Im Außenhandel läuft viel über persönliche Beziehungen und Vertrauen.“ Bis vor zehn Jahren haben niedersächsische Unternehmen jährlich Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 500 Millionen Euro zwischen Kaspischem Meer und Persischem Golf verkauft. „Da können wir in den kommenden zwei, drei Jahren wieder hinkommen“, sagt Brunner. Langfristig hält er sogar ein Handelsvolumen in Höhe von einer Milliarden Euro zwischen Niedersachsen und dem Iran für möglich.

Hinter den USA und China könnte sich der Iran zum wichtigsten außereuropäische Handelspartner für das Bundesland entwickeln. Chancen sieht die IHK nicht nur für Energieunternehmen und technische Ausrüster. Auch das Gesundheitswesen und die Agrarwirtschaft könnten sich im Mittleren Osten einen neuen Markt erschließen. Allerdings warnt der IHK-Experte vor zu großem Optimismus. Zum einen, weil die Banken im Iran noch nicht wieder an das internationale Finanznetz angeschlossen seien. Zum anderen, weil der niedrige Ölpreis Teheran derzeit nur geringe Einnahmen beschert. Noch für dieses Jahr wolle die IHK Hannover eine Reise in den Iran organisieren, kündigte Brunner an. Und bei der Hannover-Messe Ende April werde die IHK für Interessenten Kontakte zu hochrangigen iranischen Wirtschaftsvertretern organisieren.

Rubriklistenbild: © dpa

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