Wer ist Hersteller, was ist drin?

Kritik an vagen Angaben auf Lebensmittel-Packungen

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"Lebensmittel bleiben in Deutschland auf jeden Fall bezahlbar", betont die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie. 

Woher stammt die Wurst aus dem Kühlregal? Verbraucherschützer monieren, dass Vieles im Dunkeln bleibt. Klar ist: Die Lebensmittelpreise dürften 2016 weiter steigen.

Vage Angaben auf Lebensmittelpackungen verschleiern nach Ansicht der Verbraucherzentralen die eigentlichen Hersteller und genaue Zutaten.

"Das ist legale Irreführung des Käufers", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der Deutschen Presse-Agentur. So müsse auf verpackten Lebensmitteln zwar der Vermarkter angegeben werden, nicht aber der Produzent. Um kräftige Preissprünge bei Lebensmitteln müssen sich die Verbraucher im kommenden Jahr allerdings nicht sorgen.

"Wir gehen auch für 2016 von einer sehr moderaten Teuerung aus", sagte ein Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH). Nachfrageschwankungen auf den Weltmärkten und das Wetter in wichtigen Produzentenländern könnten aber "sowohl zu Ausschlägen nach oben als auch nach unten führen". Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) betonte: "Lebensmittel bleiben in Deutschland auf jeden Fall bezahlbar."

Die Verbraucherschützer kritisieren, dass sich in Zutatenlisten teils nur allgemeine Bezeichnungen wie "Gewürze" finden, ohne diese einzeln zu nennen. Wichtige Informationen würden den Verbrauchern so vorenthalten, sagte vzbv-Chef Müller. "Es gibt viele Menschen, die sind allergisch - nicht gegen alle Gewürze, aber gegen einzelne Gewürze." Dass bisher nur besonders allergene Stoffe wie Sellerie gekennzeichnet werden müssten, sei nicht genug.

Weichenstellungen für eine bessere Deklaration erwartet der vzbv von der geplanten Reform des Deutschen Lebensmittelbuchs, das Leitlinien dafür vorgibt. Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) hatte angekündigt, die Leitlinien und die dafür zuständige Kommission zu reformieren, um "mehr Akzeptanz, mehr Transparenz und mehr Kommunikation" zu erreichen.

Handel und Ernährungsindustrie verwiesen darauf, dass die Preise für Lebensmittel zwischen Januar und November 2015 im Schnitt um 0,7 Prozent gestiegen seien. "Das ist eine sehr moderate Teuerung", sagte BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff. Insgesamt seien die Verbraucher in Deutschland "höchst preissensibel" und gäben weniger für Lebensmittel aus als im EU-Schnitt. Zugleich wüchsen die Anforderungen. "Mehr Qualität bedeutet auch mehr Kosten, dies muss dann auch mit dem bezahlten Preis honoriert werden", sagte Minhoff.

dpa

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