Dichtes Ladenetz

Hamburg weit vorne bei Ausbau der Infrastruktur für E-Autos

+
In Hamburg gibt es derzeit 774 öffentlich zugängliche Ladepunkte für Elektro-Autos. Foto: Patrick Pleul/Illustration

Der Ausbau der Elektromobilität geht insgesamt schleppender voran als geplant. Zumindest in den Großstädten gibt es aber bereits ein nennenswertes Netz an Stromtankstellen.

Berlin/Hamburg (dpa) - Bei der Gesamtzahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte für Elektroautos liegt Hamburg unter den deutschen Städten weit vorn.

Die Hansestadt verfügt inzwischen über 774 solcher Punkte - danach folgen Berlin mit 628 und Stuttgart mit 402, teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Berlin mit.

Gemessen an der Einwohnerzahl hat Hamburg als Bundesland betrachtet ebenfalls das dichteste Netz an Lademöglichkeiten, vor Bayern und Berlin. Großstädte und Ballungsräume werden zuerst mit der Infrastruktur versorgt, weil hier auch die meisten E-Autos fahren.

Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hatte vor wenigen Tagen die 600. Stromtankstelle in Hamburg eröffnet. Der Branchenverband zählt zusätzlich auch öffentlich zugängliche Ladestationen auf privatem Grund wie zum Beispiel in Parkhäusern oder an Supermarkt-Parkplätzen. Er kommt damit auf eine höhere Anzahl von Ladepunkten für Elektroautos in Hamburg.

Im Vergleich aller Bundesländer liegen Bayern (2503 Ladepunkte), Nordrhein-Westfalen (1970) und Baden-Württemberg (1786) in absoluten Zahlen an der Spitze. Bezogen auf die Zahl der Einwohner ist Hamburg mit 433 Ladepunkten je einer Million Menschen jedoch deutlich am besten versorgt mit Stromtankstellen - vor Bayern (195), Berlin (178) und Baden-Württemberg (164). Schlusslichter unter den Bundesländern sind in diesem Vergleich Brandenburg (35), Sachsen-Anhalt (49) und das Saarland (60).

Insgesamt stehen den ungefähr 90 000 bis 100 000 voll- oder teilelektrisch betriebenen Autos in Deutschland fast 11 000 öffentlich zugängliche Ladepunkte gegenüber. Damit kommen rechnerisch lediglich neun Fahrzeuge auf einen Ladepunkt.

Der Ausbau der Infrastruktur geht also dem Aufbau der Flotte voraus und lohnt sich wirtschaftlich noch nicht. "Die Energiewirtschaft ist beim Ausbau der Ladeinfrastruktur massiv in Vorleistung gegangen", sagte BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer. Die Autoindustrie müsse nun endlich nachziehen und E-Autos auf den Markt bringen, die durch Preis und Leistung eine breitere Käuferschicht ansprechen.

Forderungen der Energiewirtschaft zum Ausbau der Elektromobilität (April 2017)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Rettungswagen mit hochschwangerer Frau kippt um

Rettungswagen mit hochschwangerer Frau kippt um

So gelingt die perfekte Pasta

So gelingt die perfekte Pasta

Der BMW X4 M40d im Autotest

Der BMW X4 M40d im Autotest

Trump räumt russische Einmischung in US-Wahl ein

Trump räumt russische Einmischung in US-Wahl ein

Meistgelesene Artikel

Angebot bei Edeka sorgt für Aufregung - geht der Konzern mit diesem Tiefpreis zu weit?

Angebot bei Edeka sorgt für Aufregung - geht der Konzern mit diesem Tiefpreis zu weit?

Neuer Lidl-Rückruf: Achtung! Hersteller warnt vor gefährlichen Bakterien

Neuer Lidl-Rückruf: Achtung! Hersteller warnt vor gefährlichen Bakterien

Diesel-Skandal: Jetzt besteht auch Verdacht gegen Opel

Diesel-Skandal: Jetzt besteht auch Verdacht gegen Opel

Drogeriekette mit seltsamem Namen macht dm und Rossmann Konkurrenz

Drogeriekette mit seltsamem Namen macht dm und Rossmann Konkurrenz

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.