Misstrauen ist da

Grüne fordern mehr Transparenz bei Prüfung und Zulassung von Glyphosat in Europa

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Protest gegen das Pflanzenschutzmittel Glyphosat

Im Streit um Glyphosat haben die Grünen mehr Transparenz bei der Überprüfung und Zulassung des Unkrautvernichters in Europa gefordert.

Berlin - Die bisherige Praxis müsse "grundsätzlich überdacht und auf neue sichere Füße gestellt werden", sagte die Grünen-Verbraucherpolitikerin Renate Künast am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Die verwendeten Gutachten und Daten müssten "vollständig öffentlich zugänglich sein". Abgeordnete des Europaparlaments hatten am Mittwoch einen Untersuchungsausschuss gefordert, der eine mögliche Einflussnahme des US-Agrarkonzerns Monsanto auf die Forschung zu Glyphosat beleuchten soll. Sie begründeten ihren Vorstoß damit, dass es zu viele ungeklärte Fragen über die Sicherheit von Glyphosat gebe. Die Parlamentarier hatten zuvor Experten zu einer Anhörung geladen, um über den Vorwurf zu beraten, Monsanto habe versucht, die Forschung über mögliche Gesundheitsrisiken von Glyphosat zu beeinflussen. Der Saatguthersteller hatte eine Einladung des Parlaments zur Teilnahme an der Anhörung ausgeschlagen. Das sei "eine Frechheit" und dürfe nicht ohne Konsequenzen bleiben, erklärte Künast. Die EU-Parlamentarier forderten "zu Recht" einen Untersuchungsausschuss. Die EU-Kommission müsse zudem das Zulassungsverfahren für Glyphosat "völlig neu aufrollen". Der Einsatz des Herbizids ist in Europa hoch umstritten: Während das Internationale Krebsforschungszentrum die Chemikalie als "wahrscheinlich" krebserregend einstufte, kamen Aufsichtsbehörden in Deutschland und der EU zu einem anderen Schluss. Die EU-Kommission hatte die Zulassung für den Unkrautvernichter vorläufig bis Ende dieses Jahres verlängert und zuletzt vorgeschlagen, dem Expertenausschuss eine Verlängerung der Zulassung um zehn Jahre vorzuschlagen. Medienberichten zufolge soll die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (Efsa) in einem Bericht über die Wirkung von Glyphosat auf die menschliche Gesundheit teilweise die Argumentation des Herstellers übernommen haben. Der Plagiatsprüfer Stefan Weber erklärte vergangene Woche zudem, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) habe für seinen Glyphosat-Bericht wesentliche Angaben von Herstellern des umstrittenen Unkrautgifts wörtlich übernommen.

afp

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