Großbanken sollen weiteres Finanzpolster bilden

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Graue Wolken ziehen über die Hochhäuser im Bankenviertel in Frankfurt am Main. Großbanken der führenden G20-Länder sollen ein zusätzliches Finanzpuffer schaffen, um bei Schieflagen nicht mit Steuergeld gerettet werden zu müssen. Foto: Frank Rumpenhorst

Lima (dpa) - Großbanken sollen einen zusätzlichen Finanzpuffer schaffen, um bei Schieflagen nicht mit Steuergeld gerettet werden zu müssen.

Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) wollten sich am Donnerstagabend in Lima am Rande der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank auf ein weiteres Sicherheitspolster für große Finanzinstitute verständigen. Voraussichtlich 30 Großbanken aus aller Welt müssten dann ausreichend haftendes Kapital zur Verlustabdeckung vorhalten.

Nach Angaben von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht ein Kompromiss vor, dass Banken in allen G20-Ländern bis zum Jahr 2022 mindestens 18 Prozent der Bilanzrisiken zur Verlustabdeckung vorhalten müssen. Dieser Puffer wird Total Loss-Absorbing Capacity (TLAC) genannt. Dem Vernehmen nach soll das zusätzliche Polster bis 2022 in zwei Stufen eingeführt werden.

Er hoffe, dass sich die G20 auf den Kompromiss verständigen, sagte Schäuble. Damit werde mit dem Satz, "Das nächste Mal zahlen nicht mehr die Steuerzahler, wenn Banken scheitern", auch Ernst gemacht.

Hintergrund ist das sogenannte too-big-to-fail-Problem, also die Tatsache, dass bisher Banken allein wegen der Folgerisiken durch ihre Größe und internationale Vernetzung nicht Pleite gehen konnten und der Steuerzahler einspringen musste.

Dagegen wurden bereits mehrere Maßnahmen eingeleitet, unter anderem die Vorgabe, dass vorrangig Eigentümer und Gläubiger der Banken bei einer Rettung zur Kasse gebeten werden. Nun soll es mit TLAC ein weiteres Polster geben. Der Schritt gilt als eine der letzten Konsequenzen aus der Finanzkrise von 2007.

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