Studie: Was teurer - und was billiger wurde

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Den stärksten Preisverfall im Vergleich zum Vorjahr gab es bei Milchprodukten.

Nürnberg -  Weitere Rabattrunden bei Alltagsgütern: Die Preise für Lebensmittel und Körperpflegeprodukte sind laut GfK im Juli so stark gesunken wie seit Jahren nicht mehr.

“Die Verbraucher werden sich mit großer Wahrscheinlichkeit über weiter fallende Preise freuen können“, erklärte Wolfgang Twardawa von der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). In ihrem jüngsten “Consumer Index“, über den auch “Focus“ am Montag berichtete, warnen die Forscher zugleich vor einer Kostenfalle für den Handel. Denn wenn sich die Weltwirtschaft weiter erhole und Energie und Rohstoffe wieder teurer würden, die Verbraucher aber angesichts steigender Arbeitslosigkeit zurückhaltender einkauften, könnten Industrie und Handel notwendige Preiserhöhungen am Markt wahrscheinlich nicht durchsetzen, meinte Twardawa.

Was teurer und was billiger wurde

Was teurer und was billiger wurde

Laut Gfk sind die Preise für Lebensmittel und Körperpflegeprodukte im Juli so stark gesunken wie seit Jahren nicht mehr. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergebe sich ein Rückgang um 3,3 Prozentpunkte, teilten die Marktforscher mit. Eine so starke Abnahme habe es seit 2002 nicht gegeben. Noch billiger sei der Einkauf bei den Discountern ausgefallen. Dort mussten die Verbraucher fünf Prozent weniger bezahlen.

Preissenkungen kamen möglicherweise voreilig

Auch wenn die Preissenkungen zu einer deutlich höheren Nachfrage der Verbraucher nach den Produkten des täglichen Lebens geführt habe, warnt GfK-Forscher Twardawa vor einem “heißen Herbst“. Möglicherweise hätten Hersteller und Handel die Preise voreilig und viel zu stark gesenkt, schreibt er. Die Menschen kauften derzeit vor allem deshalb unbeirrt ein, weil sich der Arbeitsmarkt trotz Wirtschaftskrise noch verhältnismäßig robust zeige.

“Allerdings werden mehr als eine Million Arbeitsplätze in Deutschland nur durch 'künstliche Beatmung' am Leben erhalten, sprich: durch Kurzarbeitergeld seitens des Staates“, erklärt Twardawa. Nach der Bundestagswahl dürfte es zu ersten Entlassungen kommen. Die Einzelhändler hätten dann möglicherweise ihr Pulver bereits verschossen und keinen Spielraum mehr für weitere Preissenkungen zur Ankurbelung des Konsums.

Stärkster Preisverfall bei Molkereiprodukten

Innerhalb der Güter des täglichen Bedarfs haben sich die Preise laut GfK höchst unterschiedlich entwickelt. Während beispielsweise Obst und Gemüse im Jahresvergleich um 4,6 Prozent billiger geworden seien, hätten sich Fleisch und Wurstwaren um 4,2 Prozent verteuert. Auch für alkoholische Getränke und Heißgetränke wie Kaffee oder Tee mussten die Verbraucher im Juli tiefer in die Tasche greifen (plus 2,7 Prozent und plus 0,1 Prozent), während alkoholfreie Getränke um 1,4 Prozent billiger geworden seien.

Den stärksten Preisverfall gebe es allerdings bei Molkereiprodukten, wo der massive Preiskampf seit zwei Jahren anhalte. Milch, Joghurt und Quark seien im Juli um 9,8 Prozent günstiger gewesen als vor einem Jahr. Ein starkes Preisgefälle gab es auch bei Körperpflege- und Reinigungsprodukten: Kosmetikartikel wie Seife, Shampoo und Cremes seien um 4,3 Prozent billiger geworden, Wasch- und Reinigungsmittel indes um 5,4 Prozent teurer. Auch für Toilettenpapier, Taschentücher und andere Papierwaren mussten die Verbraucher tiefer in die Tasche greifen: Diese Artikel verteuerten sich um 2,6 Prozent.

ap

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