Google darf in China weitermachen

Peking/New York - Das Zittern für Google in China ist vorerst vorbei: Die Regierung in Peking hat die Betreiberlizenz des Internetkonzerns erneuert.

“Wir bieten unseren Nutzern in China weiterhin die Websuche und lokale Produkte an“, teilte Google am Freitag in einem Firmenblog mit. Die Lizenz muss jedes Jahr verlängert werden, seit gut einer Woche hatten die Behörden die Erneuerung geprüft. Google liegt mit Peking wegen der Internetzensur im Streit.

Der Konzern beugt sich nach einer Hackerattacke nicht mehr den üblichen Zensurbestimmungen. Seit März wurden die Suchanfragen auf der chinesischen Website google.cn automatisch auf die unzensierte Hongkonger Adresse google.com.hk weitergeleitet.

Dort sehen die chinesischen Nutzer immerhin die Überschriften aller Suchergebnisse, auch wenn die Behörden unliebsame Inhalte wie Informationen über Tibet oder das Blutvergießen auf dem Platz des Himmlischen Friedens blockieren.

Vergangene Woche setzte Google diese automatische Weiterleitung aus. Die Chinesen müssen jetzt selbst auf einen Link zur Hongkong- Website klicken. Die Änderung war offenbar ein Entgegenkommen an die chinesischen Behörden. Die Google-Lizenz für China läuft im Prinzip bis 2012, sie muss aber jedes Jahr erneuert werden.

Der Streit war im März nach Hackerangriffen auf Google und andere US-Unternehmen eskaliert. In den USA wurde vermutet, dass die chinesische Regierung hinter den Attacken stecken könnte. Unter anderem hatten die Hacker versucht, die E-Mail-Konten von Regimegegnern zu knacken.

dpa

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