Glänzender Start für GM-Aktie bei Börsenstart

New York - Der US-Fahrzeughersteller General Motors hat sich erfolgreich an der Börse zurückgemeldet. 16 Monate nach der Zahlungsunfähigkeit hat GM damit den wohl größten Börsengang der Geschichte geschafft.

Positive US-Konjunkturdaten und der Schwung eines gelungenen Börsenstarts von General Motors (GM) haben die Kurse an der Wall Street am Donnerstag in die Höhe getrieben. Das Debüt von GM habe gezeigt, dass es noch eine Nachfrage nach Aktien gebe, sagte ein Börsianer. Und genau das habe viele Anleger beruhigt. Zudem habe die Entspannung in der Irlandkrise stützend gewirkt. Auf konjunktureller Seite gab es gleich zweifachen Rückenwind: Zum einen hatte sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia überraschend deutlich aufgehellt, zum anderen war die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zuletzt weniger stark als erwartet gestiegen.

Der Dow-Jones-Index schloss mit plus 1,57 Prozent bei 11 181,23 Punkten und konnte damit zum ersten Mal in dieser Handelswoche nennenswerte Gewinne verbuchen. Für den breiter gefassten S&P-500- Index ging es um 1,54 Prozent auf 1196,69 Punkte nach oben. An der Technologiebörse Nasdaq stieg der Composite-Index um 1,55 Prozent auf 2514,40 Punkte und der Nasdaq 100 machte 1,66 Prozent auf 2134,77 Punkte gut.

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Die Rückkehr von General Motors auf das Börsenparkett ein Jahr nach der Beinahepleite des größten US-Autobauers stellte an diesem Tag alles in den Schatten. Zunächst stiegen die GM-Aktien, deren Ausgabepreis bei 33,00 US-Dollar gelegen hatte, mit 35,00 Dollar in den Handel ein. Am Ende stand nach einem zwischenzeitlichen Plus von mehr als acht Prozent zumindest noch ein Aufschlag von 3,61 Prozent und ein Schlusskurs von 34,19 Dollar zu Buche.

Dementsprechend gab es viel Lob von Seiten der Börsianer. So betonte Händler Andreas Lipkow von der Wertpapierhandelsbank MWB Fairtrade, dass bereits im Vorfeld die Zeichnungsspanne erheblich angehoben und mehr Aktien als erwartet nachgefragt worden seien. Und an dieser großen Nachfrage sollte sich auch so schnell nichts ändern. Viele Fonds kämen aufgrund ihrer Branchenverteilung gar nicht an den GM-Titeln vorbei.

“Das ist mehr als nur ein Börsengang“, sagte ein weiterer Börsianer. “Es ist die Rückkehr einer amerikanischen Ikone, die den Optimismus am Aktienmarkt nährt.“ Ähnliche Worte fand auch US- Präsident Barack Obama: “Der Börsengang ist nicht nur für die US- Kultfirma ein großer Meilenstein, sondern für die gesamte amerikanische Autoindustrie.“

Die Wirtschaftskrise in Bildern

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GM hatte Stammaktien im Wert von bis zu 18,1 Milliarden Dollar auf den Markt geworfen. Rechnet man die ausgegebenen Vorzugsaktien im Wert von bis zu 5 Milliarden Dollar hinzu, dürfte es der weltweit größte Börsengang aller Zeiten gewesen sein. Bislang galt die Agricultural Bank of China als Spitzenreiter, die bei ihrem Börsengang im Juli dieses Jahres 22,1 Milliarden Dollar eingenommen hatte.

Nach unten ging es derweil für eine andere Ikone unter den US- Autobauern ­ Ford. Diese Titel verbilligten sich um 3,36 Prozent auf 16,12 Dollar und zählten damit zu den schwächsten Werten im S&P-500- Index. Einige Anleger hätten Ford verkauft, um GM ins Portfolio aufzunehmen, kommentierte ein Marktteilnehmer.

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Ein weiterer Gewinner des Tages war Staples. Der Hersteller von Büroartikeln hatte im vergangenen Quartal kräftig Kosten eingespart und Marktanteile gewonnen, so dass der Umsatz den Markt positiv überrascht hatte. Den Papieren von Staples brachte das Gewinne von 1,92 Prozent auf 20,47 Dollar. Genau andersherum lief es für den US- Einzelhändler Sears Holdings. Dieser hatte im abgelaufenen Quartal bei sinkenden Umsätzen seine Verluste ausgeweitet. Die Aktien verloren 3,78 Prozent auf 63,70 Dollar.

Der Euro zeigte sich angesichts der etwas entspannten Lage in der europäischen Schuldenkrise erholt und kostete zuletzt 1,3646 US- Dollar. Derweil verloren richtungweisende zehnjährige US-Anleihen 4/32 Punkte auf 97 20/32 Punkte und rentierten mit 2,902 Prozent. Börsianer verwiesen auf die starken US-Konjunkturdaten, die die Risikolust unter Anlegern wieder steigen lasse.

dpa

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