Verbraucherschützer warnen

Gefälschte Lebensmittel sind ein Riesen-Geschäft

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Stiftung Warentest: Jedes zweite Olivenöl hat Mängel

Berlin - Reis aus Kunststoff oder gepanschtes Olivenöl: Mit gefälschten Lebensmittel machen Betrüger satte Gewinne. Für den Verbraucher sind die Fälschungen kaum zu erkennen.

"Experten schätzen, dass die Gewinne mit Lebensmittelbetrug die Größenordnung der Erträge aus dem Drogengeschäft oder dem Menschenhandel entsprechen", sagte der Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Helmut Tschiersky, den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Donnerstag. Es liege auf der Hand, "dass die organisierte Kriminalität da mitmischt".

Tschiersky nannte als Beispiele gepanschtes Olivenöl, gefärbtes Palmöl, die Zusetzung von Aromastoffen bei Weinen oder gar Glasnudeln und Reis aus Kunststoff, die in Indien auf den Markt gekommen seien. "Den Tätern winken satte Gewinne."

Olivenöl für drei Euro? Da stimmt was nicht

Gut gemachte Fälschungen seien für Kunden kaum zu erkennen, sagte der Behördenchef. "Wenn man sich vor Fälschungen schützen kann, dann mit Aufmerksamkeit. Wenn eine Flasche hochwertiges Olivenöl etwa nur drei Euro kosten soll, stimmt wahrscheinlich etwas nicht."

Nicht mit jeder Fälschung sei aber eine Gesundheitsgefährdung verbunden, betonte Tschiersky. Gepanschtes Olivenöl etwa sei nur minderwertig. In einem Fall aber seien gemahlene Haselnüsse mit gemahlenen Erdnüssen versetzt worden - "für Allergiker ist das eine Katastrophe".

Whistleblower haben ein hohes Risiko

Im Kampf gegen Lebensmittelbetrug forderte der Behördenchef einen besseren Schutz für anonyme Hinweisgeber. Die in Deutschland geltenden Regelungen würden sogenannte Whistleblower nur unzureichend vor Nachteilen schützen. So könnten sie zum Beispiel arbeitsrechtlich belangt werden und ihren Job verlieren, wenn sie ihre Firma verrieten. "Man sollte sie besser absichern."

dpa

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