BDI reagiert mit Kritik

Fracking: Umweltrat warnt vor Risiken

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Blick auf eine Fracking-Bohrstelle in den USA.

Berlin - In den USA hat Fracking zu sinkenden Gaspreisen geführt. Doch Umweltschützer warnen vor unabsehbaren Folgen der umstrittenen Fördertechnik. Deutsche Experten sind ebenfalls skeptisch.

Beim umstrittenen Fracking, der Förderung von unterirdischem Schiefergas, gibt es aus Expertensicht noch viele offene Fragen - vor allem über die Risiken der Technik. Fracking sei „im kommerziellen Umfang derzeit wegen gravierender Wissenslücken nicht zuzulassen“, heißt es in einer am Freitag in Berlin vorgestellten Stellungnahme des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU).

Das wissenschaftliche Beratungsgremium der Bundesregierung kommt zudem zu der Einschätzung, dass Fracking energiepolitisch nicht notwendig sei und keinen maßgeblichen Beitrag zur Energiewende leisten könne. Eine Gewinnung von Schiefergas in Deutschland senke weder die Gaspreise noch erhöhe sie die Versorgungssicherheit.

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Beim Fracking wird Wasser mit Chemikalien unter hohem Druck in das Gestein gepresst, so dass die Gas-Ausbeute deutlich höher wird. In den USA hat der flächendeckende Einsatz dieser Technik zu einer deutlich höheren Förderung und einem massiven Preisverfall von Erdgas geführt. Kritiker dagegen befürchten, dass der Einsatz von gefährlichen Stoffen zu unvertretbaren und nicht beherrschbaren Risiken für die Umwelt führt.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) reagierte mit Kritik auf die Stellungnahme. Der Sachverständigenrat sende ein „problematisches Signal“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber. Fracking könnte weit über die Frage der Gasgewinnung hinaus Wirkung zeigen. „Die Frage ist, ob die Entwicklung neuer, weltweit gefragter Technologien in Deutschland möglich ist oder von vorneherein politisch ausgeschlossen wird.“

Die Koalition plant eine gesetzliche Neuregelung der Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten. Eine Befassung des Kabinetts war aber mehrmals verschoben und der Regierungsentwurf wiederholt verschärft worden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte erst am Dienstag den Schutz des Trinkwassers hervorgehoben. „Wir müssen alles tun, damit wir Umweltrisiken nicht eingehen.“ Bei dem geplanten Gesetz zum Fracking gehe es darum, Genehmigungen künftig zu erschweren.

dpa

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