Frachtgeschäft bremst Post-Gewinne

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Hintergrund des Tarifstreits bei der Post ist die Gründung von regionalen Firmen in der Paketzustellung. Foto: Oliver Berg

Bonn - Die Post verdient weiter gutes Geld - auch wenn ein Rückgang im Frachtgeschäft die Gewinne belastet. Was die monatelangen Streiks für kürzere Arbeitszeiten den Konzern kosten, verrät die Post nicht.

Der Preiskampf im Frachtgeschäft und hohe Kosten für den Umbau dieser Sparte haben der Deutschen Post zum Jahresstart einen leichten Gewinnrückgang gebracht.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank der Überschuss im ersten Quartal um knapp 1,5 Prozent auf 495 Millionen Euro.

Das teilte der Dax-Konzern in Bonn mit. Die andauernden Warnstreiks hätten sich im ersten Quartal noch nicht ausgewirkt, sagte Finanzchef Larry Rosen in einer Telefonkonferenz. Für die Warnstreiks im April und die neue Streikwelle, die an diesem Dienstag begann, wollte er die Kosten nicht beziffern.

Die Gewerkschaft Verdi fordert auch unter Hinweis auf die hohen Gewinne der Post 5,5 Prozent mehr Geld und eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Bei der Post legte das DHL-Expressgeschäft zu Jahresbeginn weiter kräftig zu, und auch die Stammsparte warf - trotz Streiks - mehr ab. Belastungen bei der Fracht und der Lieferkettenlogistik machten die Zuwächse jedoch zunichte.

Post-Chef Frank Appel sprach von einem "moderaten Jahresauftakt im Rahmen unserer Erwartungen". Im laufenden Jahr will er das operative Ergebnis konzernweit weiterhin auf 3,05 bis 3,2 Milliarden Euro nach oben treiben. Für 2016 hat er einen Anstieg auf 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro im Auge.

Im ersten Jahresviertel konnte die Sparte DHL Express den operativen Gewinn (Ebit) um ein Fünftel auf 332 Millionen Euro steigern. Der Bereich verdient vor allem an internationalen eiligen Sendungen, deren Menge im Vergleich zum Vorjahresquartal um gut sieben Prozent zulegte.

Die Stammsparte "Pep", die das Geschäft mit Briefen und Paketen vor allem auf dem Heimatmarkt, aber auch den Internethandel umfasst, warf mit 399 Millionen Euro knapp ein Prozent mehr ab als ein Jahr zuvor.

Unterdessen stellt der Konzern seine Strukturen im DHL-Frachtgeschäft nach dem überraschenden Abgang von Spartenchef Roger Crook Ende April erneut auf den Prüfstand. Im ersten Quartal brach der operative Gewinn des Frachtbereichs um fast zwei Drittel auf nur noch 17 Millionen Euro ein. Im zweiten Halbjahr solle sich die operative Entwicklung verbessern, sagte Rosen.

Hintergrund des Tarifstreits bei der Post ist die Gründung von regionalen Firmen in der Paketzustellung, in denen jetzt schon 6000 Mitarbeiter deutlich weniger verdienen als Kollegen im Mutterkonzern. Die Post will mit der Ausgliederung gegen Rivalen punkten, die durch niedrigere Löhne Vorteile im Preiskampf mit der Post haben. Die Gewerkschaft betrachtet das als Tarifflucht.

dpa

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