Kraftwerksbetreiber

Übernahmepläne von Fortum für Uniper nehmen Fahrt auf

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Klaus Schäfer ist Vorstandsvorsitzender von Uniper. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv

Die Übernahme des Kraftwerksbetreibers Uniper nimmt Gestalt an. Der finnische Energiekonzern Fortum legte ein offizielles Angebot vor. Gegen die Pläne gibt es heftigen Widerstand. Völlig in den Hintergrund rückten deshalb die aktuellen Uniper-Quartalszahlen.

Düsseldorf/Helsinki (dpa) - Der finnische Energiekonzern Fortum treibt seine Übernahmepläne für den Kraftwerksbetreiber Uniper voran. Das Unternehmen legte das offizielle Übernahmeangebot vor. Wie bereits bekannt, will der Konzern 22 Euro je Aktie zahlen, wie es in einer Mitteilung von Fortum hieß.

Dabei bekräftigten die Finnen, das Angebot nicht erhöhen zu wollen. Uniper-Aktionäre können dabei ab sofort ihre Aktien bis zum 16. Januar 2018 andienen.

Fortum will sich vor allem auf die Anteile des Energiekonzerns Eon konzentrieren, der noch knapp 47 Prozent an Uniper hält. Fortum hatte sich bereits vor einigen Monaten mit Eon über eine Übernahme der Anteile im kommenden Jahr geeinigt. Sollte es dazu kommen, würde Eon ein Gesamterlös von 3,8 Milliarden Euro zufließen. Die Transaktion gilt als so gut wie sicher: Platzt die Übernahme, kommen auf Eon hohe Strafzahlungen von 750 Millionen Euro zu, die sich unter bestimmten Bedingungen auf bis zu 1,5 Milliarden Euro erhöhen könnten, wie der Fortum-Vorstandsvorsitzende Pekka Lundmark in einer Telefonkonferenz bekräftigte.

Uniper-Chef Klaus Schäfer kündigte an, das Angebot prüfen zu wollen. Innerhalb von 14 Tagen muss das Management eine begründete Stellungnahme veröffentlichen, in dem es den Aktionären eine Annahme des Angebots zu- oder abrät. Bis dahin rate er den Aktionären, nicht auf das Angebot einzugehen, sagte Schäfer. Bislang hatte sich das Uniper-Management seit Bekanntwerden der Pläne stetig dagegen ausgesprochen. Es sieht die Übernahme als feindlich an, fürchtet eine Zerschlagung des Unternehmens sowie den Verlust tausender Arbeitsplätze.

Zuletzt wurden Anfang November sogar Anzeigen in finnischen Tageszeitungen geschaltet, die das Angebot madig zu machen versuchten. Unter anderem würde sich Fortum zu stark verschulden, die konventionellen Kohle- und Gaskraftwerke von Uniper würden nicht zum strategischen Ansatz der vermehrt auf "saubere" Energie setzenden Fortum passen, was einen Wertverlust für alle Beteiligten bedeute.

Fortum zeigte sich pikiert. Man sei ein wenig "verwirrt" ob der Aktionen gewesen. Es gelte nun, "Missverständnisse" auszuräumen, sagte Lundmark. Der Fortum-Chef bekräftigte, dass Fortum keine Teile von Uniper verkaufen wolle. Man sei bereit, auch die Kohle-Aktivitäten in Deutschland zu übernehmen. Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, Fortum habe kein Interesse an den deutschen Kohlekraftwerken und könne diese womöglich an den Konkurrenten RWE weiterreichen. Das Unternehmen betonte jedoch seine Bereitschaft, erhebliche Zusagen zu machen und forderte das Uniper-Management zu Verhandlungen auf.

Es gebe dabei keine Intention von Fortum, das bisherige Management unter Uniper-Chef Klaus Schäfer auszutauschen. Managementwechsel seien eine Sache des Uniper-Aufsichtsrates, in dem Fortum nach der Übernahme allerdings adäquat vertreten sein will.

Uniper-Finanzvorstand Christian Delbrück sagte nach dem Angebot in einer Telefonkonferenz, man werde sich Gesprächen nicht verschließen. Allerdings zeigte er sich immer noch verschnupft. Er hätte sich gewünscht, dass Fortum zuerst mit Uniper darüber gesprochen hätte, anstatt das Unternehmen im Unklaren zu lassen. Die Strafzahlung Eons bei Platzen der Übernahme nannte er "ungewöhnlich hoch". Er vermutet, dass diese weitere Angebote verhindern solle - was für die Investoren nachteilig wäre. Uniper werde geeignete Maßnahme dazu prüfen. Ob auch ein juristischer Weg dazu gehöre, wollte Delbrück nicht ausdrücklich bestätigen. Der Finanzchef kündigte ein Strategie-Update für Investoren für den 7. Dezember an. Das Datum liegt mitten in der Übernahmefrist. Damit solle Investoren auch die Werthaftigkeit ihres Engagements gezeigt werden, wenn sie bei Uniper investiert blieben, sagte Delbrück.

Völlig in den Hintergrund rückten angesichts der Übernahme die Zahlen von Uniper zu den ersten neun Monaten. Das Nettoergebnis betrug 683 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Morgen weiter mitteilte. Im Vorjahreszeitraum war wegen Abschreibungen noch ein Verlust von 4,2 Milliarden Euro angefallen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sank hingegen von 1,3 Milliarden Euro auf 952 Millionen Euro. Hier hatte Uniper im Vorjahr unter anderem von verbesserten Lieferkonditionen mit der russischen Gazprom profitiert.

Den Ausblick auf das Gesamtjahr bekräftigte Uniper. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) soll 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro betragen, die Dividende um 25 Prozent erhöht werden.

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