Analyse der Uni Göttingen

Fleischindustrie sorgt sich um ihre Zukunft

Hannover/Göttingen - Schwein, Geflügel, Rind - die Branche, die aus Fleisch Geld macht, sieht pessimistisch nach vorne. Ausgerechnet die Krim-Krise nimmt der Fleischindustrie eine wichtige Hoffnung.

Die milliardenschwere Fleischindustrie blickt einer Studie zufolge skeptisch in die Zukunft. Die anhaltende Importsperre in Russland, die Krim-Krise und die generelle Diskussion über Tierhaltung und Fleischkonsum hierzulande bereiteten der Branche viele Sorgen. Das zeigt das jüngste Konjunkturbarometer Agribusiness. Die Analyse der Uni Göttingen und des Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY) basiert auf Datenreihen des Münchner ifo-Instituts.

Die Fleischindustrie mit ihren 180 000 Mitarbeitern und 32 Milliarden Euro Jahresumsatz macht fast ein Viertel (23 Prozent) der gesamten deutschen Ernährungsindustrie aus. Anders als weite Teile der übrigen Agrarindustrie schaue sie pessimistisch in die Zukunft. Dagegen sei die Landtechnik- und Milchindustrie mit ihrer Lage „sehr zufrieden“ und blicke auch „durchaus positiv“ auf 2014. Diese Zuversicht teile auch die Teig- und Backwarenindustrie. Bei der Fleischbranche dagegen sei nicht nur die aktuelle Situation unbefriedigend. Auch die Krise in der Ukraine trübe das Bild. Denn ursprünglich hatte die Branche für 2014 darauf gesetzt, dass Russlands Einfuhrsperren für deutsches Fleisch enden könnten. „Dies würde den Absatz der Branche wesentlich beflügeln“, hält das Barometer fest. Nun schwinden die Hoffnungen.

Zwar nennt die Analyse Alternativen zum Markt Russland. „Asiatische Länder wie Myanmar, Thailand oder die Philippinen werden als Zukunftsmärkte für den Absatz von Schweinefleisch gesehen und könnten der deutschen Fleischverarbeitung ebenfalls neuen Aufschwung verleihen.“ Bisher deuteten aber weder die Geschäftslage noch die Geschäftserwartung auf einen Aufwärtstrend im laufenden Jahr hin.

EY und die Uni Göttingen haben bereits mehrfach Strategiestudien für den Agrarbereich gemeinsam erstellt. Am aktuellen Barometer wirkte auch die Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft mit. Die EY-Agribusiness-Zentrale ist Hannover.

dpa

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