Spielzeug-Traditionsmarke Schleich

Finanzinvestor wird neuer Herr der Schlümpfe

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Die Schlümpfe wurden an Investor Ardian verschlumpft.

Schwäbisch Gmünd - Die schwäbische Spielzeug-Traditionsmarke Schleich, die unter anderem die kleinen Plastik-Schlümpfe herstellt, geht in die Hände eines neuen Investors.

Das schwäbische Spielwaren-Unternehmen Schleich wird vom Finanzinvestor Ardian übernommen. Über den Verkaufspreis sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte Ardian am Sonntag in München mit. Einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ/Montag) zufolge legt der Investor rund 220 Millionen Euro auf den Tisch. Bisher gehört die international ausgerichtete Traditionsmarke mit ihren Kunststoff-Figuren der Beteiligungsgesellschaft Hg Capital. Das Management von Schleich habe sich im Zuge der Transaktion „mit einem substanziellen Anteil“ am Unternehmen beteiligt.

Bei dem Geschäft schwingt auch etwas Leidenschaft mit: „Die Marke Schleich mit ihren zeitlosen klassischen Spielfiguren ist für mich als Vater von vier Kindern viel mehr als nur ein Investment in ein Unternehmen“, betonte Caspar von Meibom, Managing Director bei Ardian, am Sonntag. Wachstumspotenziale sieht er in der neuen Strategie, verstärkt auf realitätsnahe Spielwelten zu setzen und im Ausland zu expandieren. Der Kauf seht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die Kartellbehörden.

Der 1935 von Friedrich Schleich in Schwäbisch Gmünd gegründete Spielwarenhersteller ist nach eigenen Angaben einer der größten Deutschlands und beschäftigt 340 Mitarbeiter. Die Spielfiguren werden in mehr als 50 Ländern vertrieben. Seit einer Neuausrichtung 2013 ist das Unternehmen laut dem neuen Eigentümer wieder auf Wachstumskurs. Schleich erzielte im vergangenen Jahr 106 Millionen Euro Umsatz mit seinen Miniaturfiguren aus Hartgummi.

Ardian ist die neue Bezeichnung für die frühere Beteiligungssparte des französischen Versicherungskonzerns Axa und wird von der Managerin Dominique Senequier geführt. Die Beteiligungen, darunter der Flughafen London-Luton, haben nach Angaben des Unternehmens einen Wert von rund 47 Milliarden Dollar (34,3 Mrd Euro). In Deutschland gehört dazu unter anderem der Homeshopping-Sender HSE24.

Schleich-Chef Thomas van Kaldenkerken erläuterte in der „FAZ“ (Montag) und der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ das neue Konzept: Der Auslandsanteil am Umsatz - momentan 60 Prozent - soll demnach weiter zulegen. Außerdem will Schleich mehr Kleinteile anbieten, die die Tierwelt ergänzen: „Die Kinder wollen nicht nur mit einem Pferd spielen, das aussieht wie ein echtes Pferd. Sie wollen auch in einer realistischen Welt damit spielen, mit realistischem Zubehör: dem Futter, dem Sattelzeug, dem Eimer“, so der Manager zu dem Blatt. „Wir wollen von der Figur, die nur herumsteht, hin zum Spielzeug.“ Damit könnte die Firma Branchenexperten zufolge stärker in Konkurrenz etwa zum fränkischen Hersteller Playmobil treten.

Ardian-Manager von Meibom widersprach in der Zeitung Befürchtungen, Schleich werde unter dem neuen Investor bluten müssen: „Es geht um alles andere als Kostensparen.“

dpa

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