Investoren abgeschreckt

Experten warnen vor Nachteilen für Osten durch Ausländerfeindlichkeit

+
Feuer in einem Flüchtlingsheim in Bautzen 2016 - Schaulustige zeigten Schadenfreude

Im Osten Deutschlands geschehen mehr Übergriffe gegen Flüchtlinge. Wirtschaftsexperten meinen, die neuen Bundesländern könnte das teuer zu stehen kommen.

Halle (Saale) - Top-Ökonomen haben vor den wirtschaftlichen Nachteilen für Ostdeutschland durch Ausländerfeindlichkeit gewarnt. "Gewalt und ein fremdenfeindliches Image haben negative Effekte auf die wirtschaftlichen Perspektiven, unter anderem weil Investoren dadurch abgeschreckt werden und weil qualifiziertes Personal dann schwerer zu gewinnen ist", sagte der Vizepräsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Oliver Holtemöller, dem Handelsblatt vom Freitag.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, warnte, Ausländerfeindlichkeit schade vor allem Ostdeutschland, "das als Wirtschaftsstandort attraktiver werden muss, um nicht weiter abgehängt zu werden". Nicht nur gut qualifizierte Zuwanderer, sondern zunehmend auch gut qualifizierte, junge Deutsche kehrten vielen Regionen Ostdeutschlands den Rücken - "auch wegen der mangelnden Offenheit und der Ausländerfeindlichkeit."

„Besondere Standortbelastung“

Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, verwies darauf, dass es für Investoren schon heute "keine attraktive Aussicht" sei, dass die neuen Bundesländer unter demografischen Gesichtspunkten vor allem im Bereich der MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik unter einer stärkeren Alterung bei gleichzeitig weniger Arbeitskräften mit Migrationshintergrund litten. "Wenn sich dann noch der Eindruck verfestigt, dass hier Ausländer gefährdeter sind, dann ergibt sich eine besondere Standortbelastung", sagte Hüther dem Blatt.

Laut einer am Donnerstag von der Amadeu Antonio Stiftung und Pro Asyl veröffentlichten Studie sind die neuen Bundesländer im Verhältnis zu ihrer Einwohnerzahl Spitzenreiter bei Straftaten gegen Flüchtlinge. Bundesweit ging demnach die Zahl flüchtlingsfeindlicher Straftaten zurück, allerdings wurden noch immer mehr als 1700 Fälle registriert.

AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Diese Dinge sollten Sie schleunigst aus Ihrem Wohnzimmer entfernen

Diese Dinge sollten Sie schleunigst aus Ihrem Wohnzimmer entfernen

Deichbrand-Festival: Party am Freitag

Deichbrand-Festival: Party am Freitag

Fotostrecke: Werder verliert Testkick gegen Köln

Fotostrecke: Werder verliert Testkick gegen Köln

Deichbrand Festival am Freitag: Beste Stimmung unter den Festivalisten

Deichbrand Festival am Freitag: Beste Stimmung unter den Festivalisten

Meistgelesene Artikel

Ikea-Kunden aufgepasst: Möbel-Riese verschärft das Rückgaberecht

Ikea-Kunden aufgepasst: Möbel-Riese verschärft das Rückgaberecht

Zuckerberg: Darum werden Beiträge von Holocaust-Leugnern auf Facebook nicht entfernt

Zuckerberg: Darum werden Beiträge von Holocaust-Leugnern auf Facebook nicht entfernt

Rückruf bei Ford: Knapp 190.000 Autos müssen zurück in die Werkstatt

Rückruf bei Ford: Knapp 190.000 Autos müssen zurück in die Werkstatt

Streik in der Kabine: Ryanair streicht nächste Woche 600 Flüge - viele Ferienziele betroffen

Streik in der Kabine: Ryanair streicht nächste Woche 600 Flüge - viele Ferienziele betroffen

Kommentare