Ex-Siemens-Chef Pierer jammert über "Hausverbot"

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Ex-Siemens-Chef Heinrich von Pierer

München - Der langjährige Siemens-Chef Heinrich von Pierer hat  sich beklagt, der Konzern habe ihn rüde behandelt. Vorwürfe im Zusammenhang mit der Schmiergeldaffäre wies er zurück.

In seiner Autobiografie schreibt Pierer, Siemens habe ihm damals schriftlich mitgeteilt, dass er die Räumlichkeiten des Konzerns nicht mehr nutzen dürfe, was für ihn einem Hausverbot gleichgekommen sei, schreibt Pierer in seinem Buch “Gipfel-Stürme“, aus der die “Welt am Sonntag“ vorab zitierte. Er sei der einzige der Altvorstände, der von einem derartigen Verbot betroffen war, obwohl ihm vorher zugesagt worden sei, dass er unter anderem Büro und Fahrer weiter nutzen dürfe.

Ein Siemens-Sprecher wollte sich am Samstag auf Anfrage nicht dazu äußern. “Wir haben das Buch bislang nicht gelesen“, sagte er. Pierer will das Buch, das im Econ Verlag erscheint, an diesem Montag (17.1.) in Berlin vorstellen. Es wäre der erste größere öffentliche Auftritt des einstigen “Mr. Siemens“ nach seiner Einigung mit seinem früheren Arbeitgeber auf Schadenersatz in Millionenhöhe.

Pierer stand von 1992 bis 2005 an der Siemens-Spitze. Eine persönliche Verwicklung in den Skandal um schwarze Kassen und dubiose Zahlungen zur Erlangung von Aufträgen im Ausland, der den Konzern in seine bisher tiefste Krise stürzte, hatte Pierer stets von sich gewiesen. Lediglich eine “politische Verantwortung“ für die Affäre räumte er ein.

In dem Buch schreibt Pierer dem Zeitungsbericht zufolge, er habe dem Vergleich nur zugestimmt, um eine langwierige gerichtliche Fortführung der Auseinandersetzungen mit Siemens zu verhindern. Den Bußgeldbescheid der Staatsanwaltschaft habe er akzeptiert, um nach dem Schlussstrich mit Siemens auch hier den Schlussstrich zu ziehen und zu einem normalen, selbstbestimmten Leben zurückzufinden.

dpa

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