Escada-Insolvenzverwalter sauer auf Seehofer

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Der Vorstandsvorsitzende des Modekonzern E scada , Bruno Sälzer: Mittlerweile ist die Modefabrik insolvent und die bayerische Staatskanzlei hat sich bei den Rettungsversuchen eingeschaltet.

München - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat mit seinen Hilfsversuchen für die Rettung des insolventen Modefabrikanten Ärger beim Insolvenzverwalter ausgelöst.

Der Anwalt Christian Gerloff kritisiert nach dpa-Informationen, dass die Staatskanzlei ein Treffen Seehofers mit dem potenziellen Escada-Interessenten Nickolaus Becker publik machte. Grund ist die Befürchtung, dass mögliche andere Investoren abgeschreckt werden könnten.

Er begrüße jedes Interesse eines ernsthaften und seriösen Investors, heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse- Agentur vorliegt. “Ich finde es jedoch bedauerlich, wenn im Rahmen eines von uns sehr stringent aufgebauten internationalen Investorenprozesses seitens der Politik ein Investor im frühen Stadium des Prozesses besonders herausgehoben wird. In diesem Vorgehen sehe ich die Gefahr, dass mögliche andere Investoren abgeschreckt werden könnten.“ Seehofers “sicherlich unterstützend gemeinte Initiative zum Erhalt der Arbeitsplätze könnte somit jedoch ins Gegenteil verkehrt werden“. Er hätte es begrüßt, “wenn die Staatsregierung zuvor Kontakt mit mir aufgenommen hätte, um weitere Hintergrundinformationen zu erlangen“.

Die Wirtschaftspolitik ist derzeit größtes Streitthema zwischen Seehofer und seinem FDP-Wirtschaftsminister Martin Zeil. Seehofer hat mehrfach Unzufriedenheit mit Zeil durchblicken lassen, dem er zu wenig Einsatz für die Rettung von Arbeitsplätzen vorhält. Zeil hatte im Gegenzug Seehofer und der CSU vorgeworfen, mit nicht abgestimmten Hilfsankündigungen für einzelne Unternehmen mehr Schaden als Nutzen anzurichten.

Escada hatte Mitte August Insolvenzantrag gestellt, nachdem ein finanzielles Rettungskonzept gescheitert war. In Finanzkreisen war zuletzt von einer zweistelligen Zahl von Interessenten für den Damenmodekonzern die Rede.

dpa

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