Elf Beschäftigte beschuldigt

Ermittlungen wegen Schmiergeld von Ford an russischen Zoll

Köln - Die Spedition Schenker soll in Russland bei der Abfertigung von Ford-Autoteile-Containern mit Schmiergeld nachgeholfen haben. Ermittlungen dazu laufen seit 2013. Inzwischen werden bereits elf Beschäftigte beschuldigt.

Die Staatsanwaltschaft Köln hat ihre Ermittlungen wegen Bestechungsvorwürfen gegen den Autokonzern Ford und die Bahn-Tochter Schenker in Russland ausgeweitet. Schenker-Mitarbeiter sollen im Hafen von Sankt Petersburg Zollbeamte mit einer Million Euro pro Jahr bestochen haben, um die Fracht schneller durch den Zoll zu einem nahe gelegenen Ford-Werk zu bringen.

Beschuldigt würden inzwischen nicht nur acht Mitarbeiter der Bahn-Tochter, die im Auftrag von Ford Frachtcontainer nach Sankt Petersburg transportiert hatte, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln. Auch zwei Ford-Beschäftigte, die bei Zeugenvernehmungen „unrunde“ Angaben gemacht hätten, stünden jetzt unter Verdacht. Außerdem ermittele die Behörde gegen einen Mitarbeiter eines russischen Subunternehmens. Zuvor hatten die „Süddeutschen Zeitung“ und der Westdeutsche Rundfunks (WDR) darüber berichtet.

Die Ermittlungen hatte die Bahn bereits im November 2013 öffentlich gemacht. Ford versicherte am Dienstag schriftlich: „Wir unterstützen im bestmöglichen Umfang jedwede behördliche Untersuchung, in die Ford einbezogen wird.“ Im laufenden Verfahren wolle das Unternehmen die Untersuchungen aber nicht kommentieren. Laut dem Bericht floss das Bestechungsgeld auf Konten einer russischen Firma, mit der Schenker bereits seit Jahren nicht mehr zusammenarbeite.

Die Ermittlungen gingen auf einen anonymen Hinweis zurück. Die Bahn hatte daraufhin Anzeige gegen Unbekannt gestellt. 2013 hatte es wegen des Bestechungsverdachts bereits Durchsuchungen in Büros von Schenker-Mitarbeitern gegeben. Laut dem Medienbericht hat sich inzwischen nun auch die US-Börsenaufsicht SEC in die Ermittlungen eingeschaltet. Sie sei zuständig, weil die Ford-Aktien an der New Yorker Börse gehandelt werden und damit der US-Börsenaufsicht unterliegen. Die Ermittlungen dauerten an und seien kompliziert, sagte der Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft. Von einer Anklageerhebung sei das Verfahren noch weit entfernt.

dpa

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