EM 2016 in Frankreich

Kleine Sportausrüster: Zum ersten Mal bei der EM

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Zum ersten Mal bei der EM: Die italienische Marke Erreà stattet die isländische Nationalmannschaft aus.

Paris - Adidas, Nike, Puma - die großen Sportartikelhersteller dominieren auch dieses große Fußballturnier. Die ganze EM? Nein! In Frankreich im Jahr 2016 sind auch vier kleine Ausrüster dabei, die bislang eher wenigen Fans ein Begriff sind.

"Das ist unsere erste Teilnahme an einer Fußball-Europameisterschaft", freut sich Enzo Montrucchio, Frankreich-Chef der italienischen Marke Erreà. Das 1988 gegründete Familienunternehmen aus Torrile in Norditalien mit der Doppelraute als Markenzeichen stattet zum Beispiel die Schweizer Fußballclubs Sion und Chiasso aus, die deutsche Rugby-Nationalmannschaft, den Handballverein VfL Gummersbach - und die isländische Fußballnationalmannschaft.

Die anderen kleinen Ausrüster sind Joma aus Spanien, Macron aus Italien sowie Umbro aus dem britischen Manchester. Joma, ab der nächsten Saison der neue Ausstatter von Alemannia Aachen, beliefert das rumänische Team, Macron die Nationalmannschaft Albaniens. Von Umbro - Markenzeichen Raute und Ausstatter etwa von PSV Eindhoven - kommt das Trikot für die irische Elf.

Treue Isländer

David gegen die drei Goliaths: "Klar kommt das nett rüber", weiß auch Erreà-Manager Montrucchio. Er verweist aber sofort darauf, dass sein Unternehmen den Ausrüster-Vertrag mit Island schon 2002 unterschrieben hat: "Das sind praktisch 14 Jahre", dass die Trikots und Stutzen bereits aus Italien nach Island geliefert werden. Dass Erreà einmal offizieller Ausrüster einer EM-Mannschaft wird, war dabei nicht der Plan. "Niemals haben wir geglaubt, dass die zur EM reisen", sagt Montrucchio. Die Freude war umso größer.

Und die Isländer erwiesen sich außerdem als treu. Natürlich seien "gewisse große Marken" an die Nationalmannschaft herangetreten, als die sich überraschend für die Europameisterschaft qualifiziert hatte, erzählt der Präsident des isländischen Fußballbundes, Geir Thorsteinsson. "Aber nach einiger Überlegung haben wir uns entschieden, dass es besser ist, mit Erreà weiterzumachen."

"In Zukunft bestimmt ein kleiner Nachlass drin"

Erstens sei die Marke "hundert Prozent europäisch", und zweitens "können wir ihnen all unsere Wünsche direkt mitteilen". Drittens garantiert Erreà den Isländern noch mehr Aufmerksamkeit, als wenn auch sie in Adidas oder Nike auflaufen würden.

Erreà-Manager Montrucchio weiß noch ein Argument, das für seine Firma spricht: "Ich bin sicher, dass eine Marke wie Nike schon jetzt für 2018 plant. Wir dagegen, wir produzieren noch selbst, und wir können bis zur letzten Minute warten." Thorsteinsson bestätigt: "Die großen Marken sind natürlich auch nicht so an den Kleinen interessiert" - und an deren Wünschen.

Für den Fußball-Funktionär hat das Geschäft mit dem italienischen Familienunternehmen noch einen weiteren Vorteil: Jetzt, wo die isländischen Kicker in ganz Europa Werbung machen für Erreà, ist "in Zukunft bestimmt ein kleiner Nachlass drin", meint Thorsteinsson.

afp

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