Ende des Verbrennungsmotors

Elektroautos: Wie Ernst meinen es VW und Co. mit der Verkehrswende?

Der Verbrennungsmotor steht vor dem Ende. Autobauer wie VW geben sich zukunftsorientiert. Doch wollen sie die Komplettumstellung auf E-Mobilität wirklich?

Wolfsburg – Ob Volkswagen, Mercedes-Benz oder BMW: Autohersteller werben dieser Tage gerne mit Elektroautos. Der Wolfsburger VW-Konzern hatte erst jüngst verkündet, ein neues Werk für das VW-Elektroauto der Trinity-Reihe hochziehen zu wollen. Dennoch beteiligten sich Unternehmen wie VW und BMW nicht an der Deklaration von Glasgow. In dieser hatten mehrere Staaten, Städte, Autohersteller und andere Konzerne das Ende des Verbrennungsmotors bis 2040 verkündet. Es gibt erste Risse in der Selbstdarstellung vieler Autobauer.

Konzern:Volkswagen
Hauptsitz:Wolfsburg
Segment:Automobilhersteller

Autobauer wie BMW oder VW und die E-Mobilität: mehr Schein als Sein bei Elektroauto-Produktion?

In der Süddeutschen Zeitung kritisiert ein Analyst des Thinktanks InfluenceMap das Vorgehen vieler Autohersteller. Die Organisation setzt sich mit der Einflussnahme von Konzernen auf die Klimapolitik auseinander. InfluenceMap wirft Autobauern ein doppeltes Spiel vor: Das tatsächliche Handeln unterscheide sich oft vom öffentlichen Auftreten als nachhaltig.

Dabei verweist der Thinktank auch auf den deutschen Autolobbyverband VDA. Im VDA sind alle Hersteller Mitglied. Dem Analysten von InfluenceMap zufolge habe die Autolobby die Verkehrswende lange Zeit massiv blockiert. Nun geben sich Hersteller zukunftsorientiert und nachhaltig – ihre Rolle scheint jedoch ambivalenter zu sein als sie zugeben möchten.

Auch BMW hatte die Beschlüsse von Glasgow nicht unterschrieben. Der bayrische Konzern wird von InfluenceMap besonders in die Kritik genommen. Der Thinktank warf BMW vor, unter den Autobauern am aggressivsten gegen Klimaschutz zu lobbyieren. Ein Verbrenner-Verbot habe man gerade bei BMW nicht gewollt. In München wirbt man derweil mit Elektroautos – und beschwört zugleich „Technologieoffenheit“. Kritiker sehen darin einen Euphemismus für den Erhalt des Verbrennungsmotors.

VW-Elektroautos: Volkswagen setzt auf Trinity-Reihe – und will den Verbrennungsmotor noch nicht ganz aufgeben

Eines kann Volkswagen nicht vorgeworfen werden: Das Elektroauto nicht zu fördern. Dabei ist VW weiter als viele Konkurrenten. Doch auch in Wolfsburg möchte man sich offensichtlich absichern, denn auch Volkswagen steht nicht hinter den Beschlüssen aus Glasgow. Zwar setzt man bei VW auf Elektroautos, ganz vom Verbrennungsmotor lossagen möchte man sich jedoch noch nicht.

VW-Elektroautos: Modellen wie dem ID.4 soll ab 2026 die Trinity-Reihe folgen

VW-Cheflobbyist Thomas Steg hatte SZ Angaben zufolge erklärt, bei VW könne man mit einem Ende des Verbrennungsmotors bis zum Jahr 2035 umgehen. Infrage stellte er hingegen, ob die EU das auch könne. Dabei verwies er unter anderem auf Osteuropa. Steg sagte, an Orten mit mangelnder Ladeinfrastruktur müsse man möglicherweise auf synthetische Kraftstoffe setzen. Folgt man der Deklaration von Glasgow, sind diese nicht vorgesehen. Auch die Bundesregierung hatte das Papier nicht unterschrieben, mit Verweis auf offene Fragen rund um die Zukunftsfähigkeit anderer Antriebsstoffe.

Elektroautos: Wie gefährlich wird Rivian für Autobauer wie VW und Tesla?

Bei Volkswagen und Co. blickt man währenddessen mit Spannung nach Amerika: Der Hersteller von Elektroautos Rivian legte dort einen der erfolgreichsten Börsengänge des Jahres hin. Zum Handelsstart wurde Rivian an der Technologiebörse Nasdaq mit rund 90 Milliarden Dollar bewertet. Bis Ende Oktober hatte der amerikanische Elektroautohersteller lediglich 189 Fahrzeuge gefertigt. Der erfolgreiche Börseneinstieg zeigt, wie groß die Hoffnung in Batteriewagen ist – trotz der Angst einiger vor brennenden E-Autos.

Auch in Wolfsburg beobachtet man die Entwicklungen mit Spannung. Das neue VW-Werk ist eine Kampfansage im Bereich der E-Mobilität, unabhängig von der Enthaltung in Glasgow. Bei VW möchte man die eigene Rolle auf dem Elektroautomarkt festigen und zu Tesla aufschließen. In Europa ist man dabei auf einem guten Weg: Hier kommt jedes vierte Elektrofahrzeug aus dem Hause VW. Der VW Trinity soll das weiter ausbauen. Auch Volkswagen war in der Produktion von Elektroautos zuletzt durch Lieferengpässe bei Halbleitern betroffen.

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Der gelungene Einstieg von Rivian an der Börse ist ein starkes Signal in Richtung Konkurrenz. Einen entscheidenden Vorteil hat das Unternehmen zu vielen Wettbewerbern: Es muss nicht umrüsten. Durch den Start von null kann man sich bei Rivian in der Produktion sofort auf Elektroautos einrichten. Vorausgesetzt Elektroautos setzen sich durch, liegt hierin ein klarer Vorteil zu Konkurrenten wie VW. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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