Umstieg in die E-Mobilität

Elektroautos: Barrierefreie Ladesäulen sind ein Muss

Die Elektromobilität ist auf dem Vormarsch – doch es gibt bei E-Autos viele Herausforderungen. Ein besonders wichtiges Problem kommt viel zu selten zur Sprache.

Berlin – Elektromobilität: Das Elektroauto ist das Thema der Verkehrswende, doch es steht vor Schwierigkeiten – immer wieder. Von Problemen bei der Herstellung von ausreichend Batterien bis zu mangelhafter Infrastruktur von Ladesäulen für E-Autos, das Feld ist weit. Kürzlich hatte auch VW-Boss Herbert Diess sich über schlechte Erfahrungen mit Ladesäulen auf einer Tour mit seinem VW-Elektroauto beklagt. Doch eine Gruppe Nutzer fällt besonders oft durch den Rost – das soll sich nun ändern.

Name:Sozialhelden e.V.
Rechtsform:gemeinnütziger eingetragener Verein
Gründung:2004

E-Mobilität: Elektroautos können an Ladesäulen bisher oft nicht barrierefrei geladen werden

Die Infrastruktur der Ladestationen für E-Autos ist schlecht, das ist kein Geheimnis. Nicht ohne Grund setzte zuletzt auch der Bund ein Programm auf, um das zu verbessern. Insbesondere die Zahl an Ladepunkten für Elektroautos soll in den nächsten Jahren drastisch steigen – und das möglichst schnell. Eine ADAC-Umfrage hatte ergeben, dass die Erfahrungen vieler Nutzer mit Ladesäulen schlecht sind. Die E-Mobilität steht schlichtweg vor einigen Herausforderungen und die oben genannten sind nur die Spitze des Eisbergs.

Denn ein weiteres Problem, das dabei viel zu selten zur Sprache kommt, ist die mangelnde Barrierefreiheit vieler Ladesäulen. Das soll sich nun ändern. In Zusammenarbeit mit der nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur hat sich jetzt der Berliner Verein Sozialheld*innen vorgenommen, die barrierefreie Infrastruktur für E-Ladesäulen voranzutreiben. Der Verein hat sich dem Disability Mainstreaming verschrieben.

Ladesäulen für Elektroautos: Von ihnen gibt es nicht nur zu wenige, sie sind auch oft nicht barrierefrei.

Bisher war Barrierefreiheit in der Benutzung von Ladesäulen für E-Autos ein nachgeordnetes Thema. Viele Ladepunkte sind daher nicht erreichbar, sei es durch zu hohe Bordsteine oder durch zu hoch angebrachte Bedienvorrichtungen. Auch für Rollstühle ist oft nicht ausreichend Platz vorhanden. In der nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur scheint das Bewusstsein für diese Probleme jetzt zu wachsen.

Elektroautos und E-Mobilität können eine Chance für Menschen mit Behinderung sein, aber nur, wenn die Infrastruktur stimmt – dazu gehören barrierefreie Ladesäulen für E-Autos

Das bisher mangelnde Problembewusstsein hat eine Folge: Es gibt noch keine normierten Vorgaben oder Standards für die Umsetzung barrierefreien Ladens in Deutschland. In den kommenden Monaten sollen daher Standards entwickelt werden, die bei der Errichtung von Ladesäulen für Elektroautos gelten sollen. Im Entwicklungsprozess bindet die Leitstelle Menschen mit Behinderung als Expertinnen und Experten ein.

Das ist auch wichtig: Möchte man die E-Mobilität als Zukunftstechnologie etablieren, muss sie für alle zugänglich sein. Wie das am besten möglich ist, wissen gerade diejenigen am besten, die von mangelnder Barrierefreiheit am meisten betroffen sind. Elektromobilität könnte gerade in Kombination mit Entwicklungen im Bereich des autonomen Fahrens für viele Menschen mit Behinderung eine Chance sein – dafür muss allerdings auch die Umsetzung im infrastrukturellen Bereich stimmen. Das ist eine Aufgabe von Politik und Wirtschaft, denn E-Autos sollen eine Chance sein, kein Hindernis.

Auch Siemens und Ionity beteiligen sich an Gesprächen – Barrierefreiheit auch bei VW-Elektroautos ein Thema

Es gab bereits einen ersten Austausch mit Ladeeinrichtungsherstellern, im nächsten Schritt sollen konkrete Anforderungen für barrierefreie Ladesäulen definiert werden. Verschiedene Unternehmen signalisierten bereits ihre Mitarbeit. Dazu gehört neben Siemens auch der Ladesäulenbetreiber Ionity: Das Unternehmen war 2017 von Volkswagen, Ford, BMW und Daimler gegründet worden. Herbert Diess hat auf seiner Tour mit dem VW-Elektroauto offensichtlich die Erfahrung gemacht, dass es noch einiges zu tun gibt, an Ionitys Ladesäulen – auch über die Barrierefreiheit hinaus.

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Trotz aller Kritik hat die Beteiligung der Großen der Branche Symbolwirkung: Die Einbindung von Menschen mit Behinderung muss eine wichtige Rolle in der Debatte um E-Mobilität und deren Infrastruktur einnehmen. Dabei müssen sich alle Beteiligten im Prozess einbringen – Politik, Ladesäulenbetreiber oder Autohersteller. Auch Produzenten wie der Volkswagenkonzern aus Niedersachsen werben auf ihren Seiten für barrierefreie Angebote – das ist gut. In Zukunft muss besonders im Feld der E-Mobilität allerdings in Sachen Barrierefreiheit noch an einigen Ecken nachjustiert werden.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Lino Mirgeler/dpa

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