Ein-Euro-Jobs bringen Langzeitarbeitslosen Nachteile

Mannheim  - Ein-Euro-Jobs sind als Brücke in den regulären Arbeitsmarkt offenbar ungeeignet. Langzeitarbeitslose ohne Ein-Euro-Job hätten dagegen bessere Aussichten. Das ergab eine Umfrage. Woran es liegt:

Der am Donnerstag veröffentlichten Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zufolge erreichen Hartz-IV-Empfänger mit einem solchen Job nach einem Jahr seltener eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als Langzeitarbeitslose ohne Ein-Euro-Job.

Bei der Untersuchung wurden die Daten von 160.000 Arbeitslosengeld-II-Empfängern ausgewertet, die 2006 neu Hartz IV bezogen. Die Forscher errechneten den Angaben nach, wie viele Menschen, die in den ersten vier Monaten nach Beginn des Hartz-IV-Bezugs einen Ein-Euro-Job annahmen, zwölf Monate später sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Die Ergebnisse verglichen sie mit dem anderer Hartz-IV-Empfängern. Dabei stellten sie fest, dass vor allem Männern ohne Migrationshintergrund durch Ein-Euro-Jobs Nachteile haben. Bei ihnen war die Rate der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nach einem Jahr 3,1 Prozentpunkte niedriger als in der Vergleichsgruppe. Am schwächsten betroffen waren mit 0,9 Prozentpunkten Frauen mit ausländischen Wurzeln.

Als möglichen Grund nennt das Institut eine Stigmatisierung der Langzeitarbeitslosen durch Ein-Euro-Jobs. Denkbar sei auch, dass die vermittelten Qualifikationen an den Erfordernissen des Arbeitsmarktes vorbeigingen. Womöglich suchten Hartz-IV-Empfänger, um einem unattraktiven Ein-Euro-Job aus dem Weg zu gehen, auch intensiver am regulären Arbeitsmarkt. Laut ZEW beginnen jährlich über 750.000 Langzeitarbeitslose einen Ein-Euro-Job.

dapd

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