Nach langem Tauziehen

EADS: Deutschland und Frankreich einig

München/Paris - Frankreich und Deutschland haben sich nach zähen Verhandlungen auf eine neue Anteilsstruktur für den europäischen Luft- und Raumfahrtriesen EADS geeinigt.

Wie der Konzern am Mittwochabend nach Börsenschluss mitteilte, wird Deutschland mit einem Anteil von 12 Prozent der dritte staatliche Großaktionär, auch Frankreich wird 12 Prozent halten, Spanien 4 Prozent. Der Autobauer Daimler und die französische Lagardère-Gruppe werden ihre Anteile „weitgehend reduzieren“, heißt es in der Pflichtmitteilung weiter. Der Streubesitz der Aktie wächst damit von knapp 50 auf mehr als 70 Prozent.

„Wir vollziehen damit die wichtigste Änderung seit der Gründung von EADS vor mehr als zwölf Jahren“, sagte EADS-Chef Tom Enders. Es sei ein guter Tag für den Konzern. Deutschland will mit seiner Beteiligung an dem Branchenriesen die Machtbalance mit Frankreich erhalten. Der staatliche Einfluss war lange ein Zankapfel zwischen den Regierungen. Der Anteil der Großaktionäre sinkt nun deutlich auf knapp 30 Prozent. EADS sieht darin eine Normalisierung und Vereinfachung der Konzernführung.

Die Neuordnung war nötig geworden, da die privaten Großaktionäre Daimler und Lagardère sich aus dem EADS-Kapital zurückziehen wollen. Der deutsche Autokonzern und die französische Mediengruppe waren maßgeblich am bisherigen Aktionärspakt zur Beherrschung von EADS beteiligt. Der Vertrag sollte das deutsch-französische Gleichgewicht im Unternehmen gewährleisten. Anstelle des Pakts soll nun eine „neue, begrenzte Vereinbarung zwischen den Regierungen Frankreichs, Deutschlands und Spaniens“ treten, heißt es in der Mitteilung.

Die Leitung der operativen Geschäfte wird den Plänen zufolge nach einem Umbau der Führungsstruktur künftig nicht mehr unter dem Einfluss verschiedener Anteilseigner oder Aktionärsgemeinschaften stehen. Die drei Staaten haben sich zudem auf eine Höchstgrenze ihrer Beteiligung geeinigt, die mit der neuen Struktur bereits erreicht ist. Zudem werde die Satzung so geändert, dass weder Einzelaktionäre oder Aktionärsgruppe mehr als 15 Prozent der Anteile oder Stimmrechte halten dürfen. Ein Vetorecht sehen die neuen Regelungen auf keiner Ebene vor.

Angesichts der sensiblen Rüstungsgeschäfte, etwa in der Sparte Cassidian, vereinbarten Frankreich und Deutschland zudem, ihre Sicherheitsinteressen in diesem Bereich durch „nationale Verteidigungsunternehmen“ abzusichern, die die jeweiligen militärischen Programme verwalten sollen. EADS plant zudem ein umfassendes Programm um bis zu 15 Prozent der nun auf den Markt kommenden Aktien zurückzukaufen.

dpa

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