EADS-Chef Enders richtet Konzern neu aus

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Tom Enders

Ottobrunn - Der neue EADS-Vorsitzende Tom Enders hat den Beschäftigten des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns einen Kurswechsel angekündigt.

Er werde das Geschäft „auf Bereiche fokussieren, die einen konkreten Mehrwert versprechen“, schrieb Enders in einem der Nachrichtenagentur dapd vorliegenden Brief an die Belegschaft. Wie das aussehen könnte, werde sich schon bald „in der neuen Arbeitsweise der Top-Management-Gremien zeigen“, fügte der Konzernchef hinzu.

Enders deutete in dem Brief, der entsprechend der Konzernstruktur in den vier Sprachen Deutsch, Französisch, Spanisch und Englisch verfasst war, eine engere Zusammenführung von EADS und der wichtigsten Konzerntochter Airbus an. „Wir sind dabei, die Personal- und Finanzbereiche von EADS und Airbus zusammenzulegen“, schrieb er.

Der Verwaltungsrat des Konzerns hatte bereits am Donnerstag Harald Wilhelm zum Finanzvorstand bei EADS und bei Airbus gewählt. Thierry Baril wurde Personalvorstand von Konzernmutter und -tochter. Enders hatte schon in den vergangenen Monaten gesagt, er wolle den Airbus-Stammsitz Toulouse auch zur neuen Zentrale von EADS machen. Bisher ist der Hauptsitz gleichermaßen in Paris und Ottobrunn bei München.

Nach Konzernangaben ist in dem Punkt noch keine Entscheidung gefallen. Es gilt jedoch als sicher, dass die Führungsspitze künftig vor allem in Toulouse sitzen soll.

Enders kündigt Gespräche mit Mitarbeitern an

Enders, der schon als Airbus-Chef sein Hauptbüro in der südfranzösischen Stadt hatte, kündigte in dem Brief an, in den kommenden Wochen die Standorte des Konzerns bereisen zu wollen. „Der Schreibtisch ist ein schlechter Aussichtspunkt auf die Welt“, schrieb Enders. Er wolle lieber den persönlichen Kontakt zu den Mitarbeitern bei den verschiedenen Töchtern von EADS, wie Cassidian, Astrium und Eurocopter suchen.

„Ich möchte Ihre Sicht der Dinge verstehen und Ihnen gleichzeitig meine Sichtweise nahebringen“, heißt es in dem Brief. „Meine Erkenntnisse werden sicherlich zu einigen strategischen, strukturellen und organisatorischen Änderungen führen.“ Diese will Enders im Herbst zunächst mit den Führungsgremien und anschließend mit den Beschäftigten diskutieren.

Der 53-jährige Enders trat am Freitag die Nachfolge des 15 Jahre älteren Franzosen Louis Gallois an, der in den Ruhestand ging. Enders dankte Gallois zu Beginn seines Briefes und lobte ihn für „seinen Einsatz für dieses außergewöhnliche Unternehmen“.

dapd

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