Friedensgarant

Messe EMO eröffnet: Steinmeier verteidigt offenen Handel

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnete am Montag die Werkzeugmaschinenmesse EMO in Hannover. Foto: Maurizio Gambarini

Weltoffenheit, Bereitschaft zu Veränderung und offener Handel: Bundespräsident Steinmeier tritt bei der Eröffnung der EMO Nationalisten und Abschottungspolitik entgegen. Und sorgt sich um die Nachwuchskräfte im Maschinenbau.

Hannover (dpa) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zur Eröffnung der weltgrößten Messe für Werkzeugmaschinen, der EMO in Hannover, den offenen Handel verteidigt.

"Weltoffenheit, das bedeutet mehr als bloße wirtschaftliche Vernetzung", betonte er. Nicht nur exportstarke Nationen profitierten von offenen Marktplätzen - "wer anderes behauptet, der beschneidet sich vor allem selbst". Gleichzeitig mahnte er Veränderungsbereitschaft an und sagte mit Blick auf den Fachkräftemangel: "Es kommt noch einiges auf Sie zu." So müsse die Branche mit der digitalen Start-up-Szene um die besten Nachwuchs-Köpfe wetteifern.

Steinmeier sagte: "Manche mögen sich heute die Wiederkehr einer Welt von Nationalstaaten, von Zäunen und von Mauern wünschen. Ihnen sage ich: Der offene Handel ist Friedensgarant und Fortschrittstreiber."

Der frühere SPD-Kanzlerkandidat sprach beim Messe-Rundgang mit Blick auf die Fachkräfte von morgen von einer "Mangelsituation". "Die überwältigende Begeisterung junger Leute für digitale Unternehmen, für eine quirlige Start-up-Atmosphäre zwischen Sitzsack, Salatbar und Tischfußball - diese Begeisterung stellt gerade den deutschen Mittelstand vor eine besonders anspruchsvolle, weil kulturelle Herausforderung", sagte der 61-Jährige.

Die EMO läuft noch bis zum 23. September und gilt als Weltleitmesse der Metallbearbeitung. Mehr als 2200 Aussteller aus 45 Ländern zeigen Werkzeugmaschinen und Produktionssysteme, Präzisionswerkzeuge sowie Komponenten für Fertigungsautomatisierung.

Deutschlands Werkzeugmaschinenbauer peilen im laufenden Jahr einen Umsatzanstieg um drei Prozent an. Im Vorjahr waren es rund 15 Milliarden Euro.

Ein großes Thema auch in der Werkzeugmaschinenbranche sind die Digitalisierung und die vernetzte Industrie. Die digitale Umwälzung der Lebens- und Arbeitswelt bringe Herausforderungen mit sich - "und eine beeindruckende Fülle von Chancen", sagte Steinmeier. Es gehe nicht mehr nur um klassische Produktentwicklung, sondern um datenbasierte Geschäftsmodelle, produktnahe Dienstleistungen und Vernetzung.

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