Stuttgarter Staatsanwaltschaft 

Diesel-Skandal: Porsche muss enormes Bußgeld zahlen

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Die VW-Mutter Porsche SE muss zahlen

Im Zuge des Dieselskandals gegen die Volkswagen-Tochter Porsche hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart ein Bußgeld in Höhe von einer halben Milliarde Euro verhängt. 

Update vom 7. Mai:  Auch die Volkswagen-Tochter Porsche muss eine hohe Summe wegen des Dieselskandals zahlen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat dem Sportwagenbauer ein Bußgeld in Höhe von 535 Millionen Euro aufgebrummt. Grund seien unter anderem fahrlässige Aufsichtspflichtverletzungen in der Entwicklungsabteilung im Hinblick auf die Emissionen von Fahrzeugen im Zeitraum ab 2009, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte.

Schon im vergangenen Sommer hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig im Zuge der Diesel-Ermittlungen ein Bußgeld von einer Milliarde Euro gegen Volkswagen verhängt. Im Herbst folgte die Behörde in München und brummte Audi ein Bußgeld in Höhe von 800 Millionen Euro auf. Ein Verfahren läuft außerdem auch gegen den Zulieferer Bosch. Die Geldbußen gegen VW und Audi gingen an die jeweiligen Länderkassen. Darauf entbrannte ein Streit über die Verteilung.

Volkswagen hatte bei der Verkündung seiner Quartalszahlen bereits Rückstellungen in Höhe von 1 Milliarde Euro bekanntgegeben, rund 600 Millionen Euro davon aber nicht näher erklärt. Der Rest war der Marke Volkswagen zugeschrieben worden.

Porsche: Keine Rechtsmittel eingelegt, Bußgeld-Bescheid wirksam

Die Höhe bei Porsche setzt sich aus der Ahnung der Ordnungswidrigkeit in Höhe von 4 Millionen Euro und einer Gewinnabschöpfung von 531 Millionen Euro ab. Dabei wurden unter anderem die Gewinne aus dem Verkauf betroffenen Fahrzeuge berücksichtigt. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um mit V6- und V8-Motoren von Audi ausgestattete Dieselfahrzeuge von Porsche. Gegen einen Teil der Fahrzeuge - etwa 99 000 Stück - lägen auch Bescheide des Kraftfahrtbundesamts vor.

Porsche hat keine Rechtsmittel eingelegt. Damit ist der Bußgeldbescheid wirksam. Abgeschlossen ist der Dieselskandal für Porsche damit nicht: Das im Juli 2017 angestoßene Ermittlungsverfahren gegen einzelne Mitarbeiter der Porsche AG laufe weiter.

VW-Abgasskandal: Porsche SE muss 47 Millionen Euro Schadensersatz zahlen

Meldungen vom  vom 15. April:  Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat gegen Martin Winterkorn Anklage wegen schweren Betruges erhoben.

Stuttgart - Die Volkswagen-Mutter Porsche SE muss Aktionären im Rahmen des Dieselskandals eine Millionenentschädigung zahlen. Laut einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil des Landgerichts Stuttgart hat die Firma Mitteilungspflichten verletzt. Deshalb muss sie in zwei Verfahren insgesamt rund 47 Millionen Euro Schadenersatz zahlen.

Laut Urteil wusste der damalige Volkswagenchef Martin Winterkorn, der gleichzeitig auch Chef der Porsche-Holding war, spätestens seit Ende Mai 2014 vom Einsatz einer illegalen Abschalteinrichtung in VW-Dieselautos und hätte dies den Anlegern mitteilen müssen. Stattdessen veröffentlichte die Porsche-Holding aber erst im September 2015 eine Ad-Hoc-Meldung. Den Anlegern entstand durch den folgenden Kursrutsch der Aktie ein hoher Schaden. Die Entscheidungen sind noch nicht rechtskräftig.

In Deutschland wird derzeit in vielen Städten über ein Dieselfahrverbot diskutiert. Alle News dazu finden Sie in unserem News-Ticker.

afp

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