Handy-Zahlung immer beliebter

Deutschland bleibt Bargeldland

+
Mehr als die Hälfte der Deutschen kann sich nicht vorstellen, auf Münzen und Scheine zu verzichten. Foto: Holger Hollemann

An vielen Supermarktkassen kann man mit dem Handy oder einer Smartwatch bezahlen - doch bisher nutzen das nur wenige. Dabei, meint der Digitalverband Bitkom, sei das mindestens sich sicher wie Kreditkarten.

Berlin (dpa) - Deutschland hängt weiter am Bargeld: Mehr als die Hälfte der Bundesbürger kann sich einer Umfrage zufolge nicht vorstellen, auf Münzen und Scheine zu verzichten.

Zugleich aber wächst der Anteil derjenigen, die mit Karten und mobil mit dem Handy bezahlen: 44 Prozent der Bundesbürger würden nach eigener Aussage inzwischen auch komplett auf Bargeld verzichten. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie des Digitalverbands Bitkom, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. "Schon bald werden sich auch bei uns digitale Bezahlformen durchsetzen", prognostizierte Bitkom-Präsident Achim Berg.

Fast jeder Dritte hat der Umfrage zufolge schon mindestens einmal mit dem Handy oder einer Computeruhr bezahlt - vor allem im Supermarkt. Das mobile, kontaktlose Bezahlen spare Zeit und reduziere lange Schlangen an Kassen oder Fahrkartenautomaten, warb Berg. Wer noch nicht mobil bezahlt, hat der Umfrage zufolge allerdings häufig Sicherheitsbedenken.

Verbraucherministerin Katarina Barley (SPD) forderte Anbieter von mobilen Bezahldiensten auf, Datensicherheit von Anfang an mitzudenken. "Verbraucherinnen und Verbraucher werden neue Bezahlmethoden erst akzeptieren, wenn sie ihnen vertrauen und das Bezahlen damit gleichzeitig unkompliziert möglich ist", sagte sie. Mehr als jeder vierte Verbraucher habe Bedenken, was mit seinen Daten passiere, wenn er mobil bezahle. "Die Sensibilität dafür, wie man mit Daten umgehen sollte, ist etwas, an dem wir arbeiten müssen", sagte Barley.

Berg betonte zugleich, beim Bezahlen mit dem Smartphone gebe es bisher keine schlechten Erfahrungen. "Ich kann Ihnen garantieren: die Mobile-Payment-Funktion ist mindestens so sicher wie eine Kreditkarte", sagte er.

Mittlerweile kann man in Deutschland in fast allen Supermärkten nicht nur mit Giro- und Kreditkarte, sondern auch mit technisch entsprechend ausgerüsteten Smartphones bezahlen. In der Regel ist das schneller, als mühsam nach passendem Kleingeld zu kramen, da man die Geräte einfach an das Terminal hält. Die Kassentechnik muss dafür kontaktloses Bezahlen per NFC-Funk unterstützen - ein großer Teil der Terminals in Deutschland ist entsprechend umgerüstet.

Trotzdem müssten Verbraucher weiterhin auch immer die Möglichkeit haben, bar zu zahlen, forderte Barley. "Wir dürfen nicht gezwungen werden, Datenspuren zu hinterlassen, wo es nicht unbedingt nötig ist", sagte sie. Der Umfrage zufolge geht fast die Hälfte der Bundesbürger allerdings davon aus, dass Bargeld in fünf bis zehn Jahren nicht mehr das dominierende Zahlungsmittel in Deutschland sein wird.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Schock, Ratlosigkeit und Wut in Volkmarsen: Fahrer rast in Rosenmontagszug und verletzt 30 Menschen

Schock, Ratlosigkeit und Wut in Volkmarsen: Fahrer rast in Rosenmontagszug und verletzt 30 Menschen

Auto fährt in Nordhessen in Karnevalsumzug - 30 Verletzte

Auto fährt in Nordhessen in Karnevalsumzug - 30 Verletzte

Drama in Volkmarsen - Auto rast bei Rosenmontagsumzug in Menschenmenge

Drama in Volkmarsen - Auto rast bei Rosenmontagsumzug in Menschenmenge

„Spielt so wie wir saufen!“ - die Netzreaktionen zu #SVWBVB

„Spielt so wie wir saufen!“ - die Netzreaktionen zu #SVWBVB

Meistgelesene Artikel

Rente mit 58: Früher in den Ruhestand - was Sie dabei beachten müssen

Rente mit 58: Früher in den Ruhestand - was Sie dabei beachten müssen

Check24 wegen „Nirgendwo günstiger Garantie“ vor Gericht - Urteil steht bevor

Check24 wegen „Nirgendwo günstiger Garantie“ vor Gericht - Urteil steht bevor

VW plant Plug-In-Hybrid-Version des neuen Caddy

VW plant Plug-In-Hybrid-Version des neuen Caddy

Airbus plant radikalen Stellenabbau: Vor allem Jobs in Deutschland betroffen - Betriebsrat stemmt sich dagegen

Airbus plant radikalen Stellenabbau: Vor allem Jobs in Deutschland betroffen - Betriebsrat stemmt sich dagegen

Kommentare