Quartalsbericht

Deutsche Bank verdient wieder Geld

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Als Grundlage für neues Wachstum hat sich die Deutsche Bank acht Milliarden Euro frisches Kapital bei Investoren besorgt. 

Frankfurt/Main - Die Deutsche Bank macht wieder bessere Geschäfte. Der Jahresauftakt nährt nach zwei Verlustjahren die Hoffnung auf eine Trendwende.

Nach zwei schweren Jahren steigen die Gewinne bei der Deutschen Bank wieder. Im ersten Quartal verdiente Deutschlands größtes Geldhaus vor Steuern mit 878 Millionen Euro 52 Prozent mehr als vor Jahresfrist, wie der Frankfurter Dax-Konzern mitteilte.

Das war mehr, als Analysten erwartet hatten. Unter dem Strich lag der Gewinn mit 575 Millionen Euro sogar mehr als doppelt so hoch wie im ersten Quartal 2016 (236 Mio Euro).

Ein stärkerer Anleihenhandel und teilweise besser laufendes Investmentbanking glichen Schwächen im Aktienhandel und bei der Tochter Postbank aus. Gleichzeitig ging die Risikovorsorge im Kreditgeschäft zurück, und Einsparungen machten sich positiv bemerkbar.

"Das Kundengeschäft läuft sehr erfreulich, wir verzeichnen in allen Bereichen der Bank Zuflüsse, und die Aktivität an den Märkten erholt sich", berichtete Vorstandschef John Cryan. Die Bank könne und sollte "mit einer guten Portion Optimismus in das weitere Geschäftsjahr schauen".

Die Erträge - die gesamten Einnahmen der Bank - rutschten indes um 9 Prozent auf gut 7,3 Milliarden Euro ab. Die Deutsche Bank begründete dies im Wesentlichen mit einem buchhalterischen Effekt: Veränderungen der Risikoprämien auf ihre Verbindlichkeiten. Das überzeugte die Anleger jedoch nur bedingt. Vorbörslich schwankten die Aktien zwischen Plus und Minus.

Der Deutsche Bank liefen die Kunden weg

Die Deutsche Bank hatte im vergangenen Jahr zwischenzeitlich mit der Abwanderung von Kunden zu kämpfen, nachdem Sorgen um ihre Kapitalausstattung aufgekommen waren. Die Lage hat sich jedoch inzwischen deutlich entspannt: Das Institut konnte wichtige Rechtsstreitigkeiten beilegen und besorgte sich unlängst über eine Kapitalerhöhung rund 8 Milliarden Euro frisches Geld. Für noch laufende juristische Auseinandersetzungen hat die Bank derzeit 3,2 Milliarden Euro zurückgelegt.

Unter Berücksichtigung der allerdings erst im April abgeschlossenen Kapitalerhöhung lag die harte Kernkapitalquote zuletzt "pro forma" bei komfortablen 14,1 Prozent. Ohne diesen Effekt lag sie bei 11,9 Prozent und damit leicht über dem Wert vom Jahreswechsel. Vor einem Jahr hatte die Kernkapitalquote erst bei 10,7 Prozent gelegen. Sie ist eine wichtige Maßzahl für die Ausstattung mit eigenen Mitteln.

"Unsere Kunden kommen zurück nach den Turbulenzen im vergangenen Herbst", schrieb Cryan in einem Brief an die Mitarbeiter. Er verwies unter anderem auf Nettozuflüsse von 5 Milliarden Euro bei der Vermögensverwaltungstochter Deutsche Asset Management, die vor allem für ihre DWS-Fonds bekannt ist. Im Rahmen der von Cryan angestoßenen Neuaufstellung der Deutschen Bank soll die Deutsche Asset teilweise an die Börse gebracht werden. Die Vorbereitungen dazu verliefen "vielversprechend", erklärte der Manager.

In Starnberg (Bayern) protestiert ein 54-Jähriger vor einer Filiale der Deutschen Bank. Es ist Starnbergs einsamster Demonstrant, über den Merkur.de berichtet.  

Deutsche Bank macht Tempo bei Verkleinerung des Filialnetzes

Gleichzeitig macht die Deutsche Bank Tempo bei der Verkleinerung ihres Filialnetzes. 130 von bundesweit 188 Niederlassungen, die auf der Streichliste stehen, seien bereits geschlossen. Deutschlands größtes Geldhaus will künftig die Kunden im Inland in 535 Filialen bedienen. Zusätzlich wurden acht Beratungscenter eröffnet, in denen sich Kunden außerhalb der regulären Filial-Öffnungszeiten - unter anderem an Samstagen - zu finanziellen Fragen informieren können.

Deutsche Bank streicht weiter Arbeitsplätze

Die Anzahl der Mitarbeiter sank seit Ende 2016 bis Ende März des laufenden Jahres konzernweit um knapp 1600 auf 98.177 Vollzeitkräfte. In Deutschland verringerte sich die Zahl der Vollzeitkräfte von 44.600 zum Jahresende auf 44.132 zum Ende des ersten Quartals 2017. Ein Jahr zuvor hatte Deutschlands größtes Geldhaus weltweit noch 101.445 Mitarbeiter. Die Deutsche Bank hatte angekündigt, bis 2018 weltweit 9000 Arbeitsplätze abzubauen - davon 4000 in Deutschland.

dpa

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