Deutsche Bank streicht Stellen

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Die Deutsche Bank streicht Stellen.

Frankfurt/Main - Die Wirtschafts- und Finanzkrise veranlasst die Deutsche Bank zum Personalabbau. Wie stark die Sparmaßnahmen ausfallen, ist dabei umstritten.

Laut Medienberichten streicht Deutschlands größte Bank 1300 Stellen vor allem im Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden in Deutschland oder lagert sie aus. Das seien härtere Sparmaßnahmen als zunächst angekündigt, berichtete die Zeitung “Die Welt“ unter Berufung auf Bankenkreise. Die Deutsche Bank nannte diese Zahlen am Mittwoch “nicht nachvollziehbar“ und sprach von 1100 Arbeitsplätzen in Europa. Ein Sprecher dementierte, dass die Bank neue Pläne habe. Das Institut verwies auf das vor einem Jahr beschlossene Sparprogramm.

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Danach streicht die Bank europaweit 1100 Stellen in der Abwicklung, stellt dafür aber gleichzeitig allein im Privat- und Firmenkundengeschäft 2500 neue Kundenberater ein, davon rund die Hälfte in Deutschland. Daran hat sich nach Bankangaben nichts geändert. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht geplant. Bankchef Josef Ackermann hatte zu Jahresbeginn “Stellenanpassungen“ angekündigt, für das Privat- und Geschäftskundengeschäft aber Zuwächse in Aussicht gestellt. “Über den Zeitraum von vier Jahren werden wir im Privat- und Geschäftskundenbereich in Europa netto 1400 neue Stellen schaffen“, sagte der Sprecher. “Wir wollen uns vor allem an der Kundenfront breiter aufstellen.“ Derzeit zählt die Bank 28.000 Mitarbeiter in Deutschland und weltweit rund 79.000.

Präsenz im Privatkundengeschäft ausgebaut

Bis 2012 will der deutsche Branchenprimus zudem 400 zusätzliche Filialen in Europa eröffnen. Die Deutsche Bank sah sich über Jahre hinweg dem Vorwurf ausgesetzt, sie vernachlässige das Geschäft vor Ort. Mit Zukäufen baute das Institut in den vergangenen Jahren seine Präsenz im Privatkundengeschäft aber sukzessive aus. Ackermann hatte jüngst angekündigt, den von Sparkassen und Genossenschaftsbanken dominierten Heimatmarkt noch stärker ins Visier zu nehmen. Dem Zeitungsbericht zufolge plant die Deutsche Bank, einzelne Aufgaben an eine neu geschaffene Servicegesellschaft mit Sitz in Essen auszulagern. Laut “Welt“ geht es um die Kontenverwaltung, während in Unternehmenskreisen von bankfernen Dienstleistungen die Rede ist.

In der bereits gegründeten Gesellschaft würden Jobs aus mehreren Standorten wie Mannheim, Berlin und Hamburg konzentriert, schreibt die “Welt“. Es liege auf der Hand, dass viele Mitarbeiter den Umzug nicht mitmachen würden. Rund 700 von 800 Angestellten könnten zu verschlechterten Konditionen übernommen werden. Laut “Welt“ hat der Betriebsrat der Umgehung des Bankentarifvertrags über die neue Gesellschaft bereits zugestimmt. Auch in anderen Bereichen stünden Einschnitte bevor, berichtet die Zeitung. So sollen in der Technologiesparte bis Ende 2010 rund 300 Leute gehen. Das entspreche rund 15 Prozent der Belegschaft in diesem Bereich. Im deutschen Geschäft mit vermögenden Privatkunden ist von einem Wegfall von knapp 100 Stellen die Rede.

dpa

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