Anleger verunsichert

Deutsche-Bank-Aktie auf Rekordtief

+
Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. Foto: Arne Dedert

Die Deutsche-Bank-Aktie befindet sich im Tiefflug. Anleger befürchten eine Kapitalerhöhung aufgrund von Forderungen des US-Justizministeriums.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Deutsche Bank kämpft um das Vertrauen der Investoren. Die Aktie des angeschlagenen deutschen Branchenprimus brach am Montag am Dax-Ende um 7,54 Prozent auf 10,550 Euro ein und schloss damit so tief wie noch nie zuvor in der Geschichte des Unternehmens.

Damit hat das Papier in diesem Jahr schon mehr als Hälfte seines Werts eingebüßt. Unter Anlegern verstärkt sich die Befürchtung, dass die Bank angesichts der drohenden Strafe wegen Hypothekengeschäften in den USA ihr Kapital erhöhen muss.

Für neue Aufregung sorgte ein Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus", wonach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) der Bank im Rechtsstreit mit den US-Behörden nicht helfen wolle - weder finanziell noch diplomatisch. "Damit ist die Aktie zum Abschuss freigegeben", sagte ein Börsianer.

Die Deutsche Bank betonte, Vorstandschef John Cryan habe "zu keinem Zeitpunkt die Bundeskanzlerin darum gebeten, dass die Regierung im Hypothekenverfahren mit dem amerikanischen Justizministerium interveniert". Staatshilfe sei kein Thema, erklärte ein Sprecher: "Die Deutsche Bank ist fest entschlossen, ihre Herausforderungen alleine zu lösen." Auch die Frage nach einer Kapitalerhöhung stelle sich "derzeit" nicht, die Bank erfülle alle regulatorischen Vorgaben.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, das US-Justizministerium habe sich auch mit anderen Kreditinstituten auf Vergleichszahlungen geeinigt. "Die Bundesregierung geht davon aus, dass auch am Ende dieses Verfahrens (...) ein faires Ergebnis erzielt wird." Zu Spekulationen über Staatshilfe für die Deutsche Bank stellte Seibert klar: "Es gibt keinen Anlass für Spekulationen, wie sie da angestellt werden."

Der Deutschen Bank droht in den USA eine Rekordstrafe von 14 Milliarden Dollar (aktuell knapp 12,5 Mrd Euro) in den Vergleichsverhandlungen um Hypothekengeschäfte aus Zeiten vor der Finanzkrise. Die Bank ist überzeugt, die Summe noch erheblich drücken zu können. In solchen Verfahren steigen die Ermittler üblicherweise mit höheren Forderungen ein, als sie letztlich beschlossen werden.

Mitteilung Deutsche Bank zu US-Forderung

Mehr zum Thema:

Neues aus der regionalen Spitzenküche

Neues aus der regionalen Spitzenküche

Bruxismus: Zähneknirschen ist oft Ventil für Stress

Bruxismus: Zähneknirschen ist oft Ventil für Stress

Opel Ampera-E: Das Ende der elektrischen Exotik

Opel Ampera-E: Das Ende der elektrischen Exotik

Schön am Kern vorbei: Mango schneiden

Schön am Kern vorbei: Mango schneiden

Meistgelesene Artikel

Was die Teilzeit-Falle für Frauen in Deutschland bedeutet

Was die Teilzeit-Falle für Frauen in Deutschland bedeutet

Rettet Karlsruhe den Bausparern heute ihre Zinsen?

Rettet Karlsruhe den Bausparern heute ihre Zinsen?

Ärger bei Fans: Marke „Capri-Sonne“ verschwindet vom Markt

Ärger bei Fans: Marke „Capri-Sonne“ verschwindet vom Markt

Durchbruch im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes

Durchbruch im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes

Kommentare