Deutsche Bahn will Räder in China kaufen

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Ein ICE am Bahnhof in Weimar. Kommen die Ersatzteile für die Züge in Zukunft aus Fernost? Foto: Martin Schutt

Mit Großaufträgen etwa bei Siemens hat sich die Bahn mit neuen Zügen erst eingedeckt. Doch bei Ersatzteilen soll nun Konkurrenz aus Fernost das Geschäft beleben.

Berlin (dpa) - Mit einem neuen Einkaufsbüro in China erhöht die Deutsche Bahn den Druck auf ihre Lieferanten in Europa.

Drei Beschäftigte des Bundeskonzerns sollen vom 24. November an von Shanghai aus die Fühler nach chinesischen Bahntechnikherstellern ausstrecken.

"Wir suchen weltweit nach Lieferanten mit innovativen und qualitativ hochwertigen Produkten", sagte Uwe Günther, der Chef-Einkäufer der Bahn am Dienstag. Er gehe davon aus, dass sich chinesische Unternehmen von 2017 an bei Komponenten wie Rädern oder Radsätzen an Ausschreibungen beteiligen können.

Um ganze Züge geht es zunächst nicht, da die Bahn ihren Bedarf auf Jahrzehnte in Europa gesichert hat. "Der Einkauf von Zügen ist eine mögliche ferne Option und eine anspruchsvolle Herausforderung für chinesische Unternehmen", sagte Günther. Bislang sind der ICE-Hersteller Siemens, der kanadische Konzern Bombardier und Alstom aus Frankreich die wichtigsten Lieferanten der Deutschen Bahn.

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Probleme mit Lieferterminen und Zulassungen gegeben. Zwei kleinere Aufträge gingen inzwischen auch nach Tschechien und Polen. Die beiden größten chinesischen Produzenten sind die China South Locomotive & Rolling Stock Corporation (CSR) und die China CNR Corporation (CNR). Einschließlich Bauvorhaben hat die Bahn ein Einkaufsvolumen von zehn Milliarden Euro jährlich. 85 Prozent davon verblieben in Europa, versicherte der Konzern.

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