Projekt im Januar eingestellt

Test gescheitert: Auch auf diesem Weg wird die Bahn nicht pünktlicher

Die Deutsche Bahn hatte einen neuen Plan ersonnen, um im Fernverkehr pünktlicher zu werden. Am Wochenende kam die traurige Botschaft: Geklappt hat es nicht.

Berlin - Im Fernverkehr kann die Deutsche Bahn ihre Züge allein durch schnelleres Fahren oft nicht pünktlicher machen. Einen Versuch, verlorene Zeit über sehr hohe Geschwindigkeiten auf den Strecken wieder hereinzuholen, stellte sie im Januar nach drei Monaten wieder ein, teilte ein Sprecher am Samstag mit. Zuvor hatte der Spiegel darüber berichtet. Die Lokführer hatten die Aufgabe, auch bei planmäßigem Vorankommen die kürzeste Fahrzeit durch zügiges Fahren anzustreben. Die Auswertung ergab jedoch: Die so gewonnenen Minuten wurden vor den großen Knotenbahnhöfen wieder aufgebraucht.

„Die zügige Fahrweise hat sich nicht dauerhaft positiv auf die Pünktlichkeit ausgewirkt“, hieß es in den Auswertungsberichten. Daher habe man den Test beendet.

„60 Prozent der verspäteten Abfahrten“ hängen an den größten Bahnhöfen

Die Bahn mit ihrem 33400 Kilometer langen Streckennetz, auf dem täglich rund 40000 Züge verkehrten, sei besonders im Fernverkehr anfällig für Störungen. Diese wirkten sich in dem engmaschig vertakteten System wie in einem Domino-Effekt auf viele Strecken aus, erläuterte der Sprecher. Zu den Störungen zählten Anschläge auf Infrastruktur und Strecken, Personen auf den Gleisen, Bauarbeiten im Schienennetz oder bestimmte Witterungsverhältnisse.

Um die Pünktlichkeit der Züge zu steigern, seien unter anderem sogenannte PlanStart-Teams gebildet worden, die sich an den wichtigsten Knotenbahnhöfen um die planmäßige Abfahrt kümmern. „60 Prozent der verspäteten Abfahrten haben ihren Ursprung an den zehn verkehrsstärksten Bahnhöfen und wirken sich auf das gesamte Netz aus. Mit den Knotenkoordinatoren will die DB erreichen, dass an diesen Bahnhöfen 90 Prozent der Züge im Fernverkehr planmäßig abfahren“, heißt es in einem erläuternden Papier der Bahn.

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dpa/fn

Rubriklistenbild: © dpa / Martin Schutt

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