Deutsch-Schweizer Fernzugverkehr wird ausgebaut

Berlin - Zwischen Deutschland und der Schweiz soll ein attraktiveres Fernzugangebot mehr Fahrgäste anziehen. Eine gemeinsame Tochtergesellschaft soll kürzere Reisezeiten ermöglichen. Die Details:

Die Deutsche Bahn und die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) vereinbarten dafür in Basel die Gründung einer gemeinsamen Tochter, wie sie am Freitag mitteilten. An dem Unternehmen mit Sitz in der Schweiz halten die Deutschen 40 Prozent. Das Angebot für die Passagiere soll von Ende 2014 an mit neuen Fahrzeugen ausgebaut werden und kürzere Reisezeiten bringen. Dafür wollen die Schweizer mehr als eine Milliarde Franken (747 Mio Euro) in Züge investieren und künftig stärker in Deutschland präsent sein. Die Partner wollen die Angebote zusammen vermarkten.

Vor allem mehrere große Ausbauprojekte sollen Verbesserungen für die Kunden bringen, wie Bahnchef Rüdiger Grube sagte. “Das heißt mehr internationaler Schienenverkehr mit höherem Komfort und kürzeren Reisezeiten.“ Die Zahl der täglichen Direktverbindungen soll von jetzt 35 auf mehr als 45 steigen. Angestrebt wird ein Zuwachs von 12 500 auf knapp 20 000 Kunden am Tag.

Züge sollen "mindestens ICE-Standard" haben

Zwischen München und Zürich soll die Fahrtzeit um etwa 40 Minuten auf 3:30 Stunden sinken, wenn die Strecke voraussichtlich von 2016 an durchgehend elektrifiziert ist. Dies soll auch Geschäftsreisende anlocken. Vom geplanten Ausbau der Oberrheinstrecke bis 2022 erhoffen sich die Partner, dass die Reise zwischen Basel und Frankfurt in 2:30 Stunden zu schaffen sein wird - eine halbe Stunde schneller als bisher. Die vorgesehene Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels von 2018 an soll beliebte Schweizer Ferienziele im Wallis, im Tessin und in Graubünden für Urlauber aus Deutschland besser erreichbar machen.

Der Schweizer Bahnchef Andreas Meyer kündigte an, dass die neuen Züge “mindestens ICE-Standard“ haben und ab Dezember 2014 eingesetzt werden sollen. Die SBB wollen zudem künftig mehr Züge über die Grenze ins nördliche Nachbarland fahren lassen als bisher.

dpa

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