Daten-Skandal: Sony soll für Schäden haften

Berlin - Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, sieht den Elektronikkonzern Sony in der Haftung für den massiven Diebstahl von Kundendaten.

Problematisch werde aber, den Nachweis zu führen, dass unrechtmäßige Kreditkarten-Abbuchungen auf Datenlecks beim japanischen Technik-Riesen zurückzuführen sind, sagte Schaar am Donnerstag im ARD-“Morgenmagazin“.

“Der erste Schritt ist eine offene Informationspolitik. Denn wenn die Daten einmal weg sind, können sie auch sehr schnell missbraucht werden“, erklärte Schaar. Es gebe deshalb die Vorgabe, Datenverluste zügig zu melden. Man müsse sich genau anschauen, ob Sony seine Kunden zu spät über den Diebstahl in Kenntnis gesetzt habe. Dafür zuständig sei nun Großbritannien, weil Sony dort seine Europazentrale hat. “Da wird man dieser Frage nachgehen“, sagte Schaar.

Der Konzern informierte seine Nutzer erst am späten Dienstag mit mehrtägiger Verspätung in Firmenblogs und via E-Mail. Unbekannte hatten sich Zugang zu persönlichen Daten wie Name, Adresse und Geburtsdatum verschafft. Auch der Diebstahl von Kreditkartennummern kann nicht ausgeschlossen werden.

In großem Umfang angehäufte Daten “sind nie sicher“, betonte Schaar. “Selbst ein so großer und seriöser Konzern wie Sony war dazu nicht in der Lage.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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