Immer mehr manipulierte Geldautomaten

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An manipulierten Geldautomaten sind im vergangenen Jahr die Daten von etwa 120.000 EC- und Kreditkarten ausgespäht worden (Symbolbild).

Berlin - Die Betrüger nutzen Minikameras, Fotohandys und Rauchmelderattrappen: Die Zahl der manipulierten Geldautomaten ist im vergangenen Jahr stark angestiegen. 

An solchen Geräten sind die Daten von etwa 120.000 EC- und Kreditkarten ausgespäht worden. Dies zeigen neue Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA), die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurden. Der Schaden summierte sich auf etwa 40 Millionen Euro. Insgesamt zeigen die BKA-Zahlen ein gemischtes Bild: Zwar gab es im Vergleich zum Vorjahr etwa 14 Prozent weniger gemeldete Attacken auf die rund 55.000 Geldautomaten in Deutschland; die Zahl manipulierter Geräte aber stieg um 20 Prozent an. Zudem sei eine hohe Dunkelziffer zu vermuten, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke.

Auch die vorläufigen Zahlen für 2010 sind kein Grund zur Entwarnung. In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden bereits über 1.000 Attacken auf Geldautomaten registriert - also knapp halb so viel wie im ganzen Jahr 2009, als es bundesweit 2.058 Angriffe auf 964 Automaten gab. Pro sogenannter “Skimming“-Attacke wurden die Kartendaten und PIN-Nummern von 60 Kunden abgefischt.

Auch Kontoauszugsdrucker im Visier

Die Techniken der zumeist international operierenden Täter werden immer raffinierter. Bereits beim Betreten der Bank könnten Kartendaten über den Magnetstreifen abgefischt werden, sagte Ziercke. Am Geldautomaten drohen Bankkunden dann weitere Gefahren: Mit Minikameras, manipulierten Tastaturen und Rauchmelderattrappen spähen die Täter PIN-Nummern von Kunden aus. Nach Einschätzung von Ziercke ist die eingesetzte Technik oft so ausgefeilt, dass der “normale Kunde“ den Betrug gar nicht bemerkt. Zudem geraten zunehmend auch Selbstbedienungs-Terminals und Kontoauszugsdrucker ins Visier der Betrüger.

Eine Manipulation von sogenannten “POS-Terminals“, an denen Kunden zum Beispiel an der Supermarktkasse bargeldlos bezahlen, hat es nach Angaben des BKA im vergangenen Jahr nicht gegeben. Im Gegensatz zu 2008 seien im vergangenen Jahr keine derartigen Manipulationen registriert worden, sagte Ziercke. Gleichwohl liefen derzeit Ermittlungen zu einer neuen Manipulationstechnik, die den Betrug an der Supermarktkasse erheblich erleichtern könnte. Zudem sei die internationale Entwicklung besorgniserregend: 2009 seien im Ausland an mehr als 600 manipulierten Geldautomaten und POS-Terminals deutsche Kartendaten abgegriffen worden, hieß es.

Automaten in Fußgängerzonen und Bahnhöfen

Von den bundesweit 55.000 Geldautomaten sind nach Angaben des BKA vor allem jene in Fußgängerzonen und an Bahnhöfen besonders häufig von Manipulationen betroffen. Auch regional zeigen sich Unterschiede: So entfielen von den insgesamt 2.058 Attacken auf Geldautomaten allein 661 auf Nordrhein-Westfalen, auch Berlin lag mit 363 bekannten Fällen weit vorn. Zudem geht das BKA von einer hohen Dunkelziffer aus, da nicht jeder Betrug angezeigt werde. “Das ist mit Sicherheit die Untergrenze dessen, was wir wissen“, sagte Ziercke. Angesichts der in den vergangenen Jahren erheblich gestiegenen Spähangriffe auf Geldautomaten forderte Ziercke die Abschaffung der Magnetstreifen und die flächendeckende Einführung von Chips. Auf diesen seien die Kontodaten besser verschlüsselt, sagte Ziercke. Bundesweit sind nach Angaben des BKA 125 Millionen EC- und Kreditkarten im Umlauf.

dapd

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