Daimler: 3 000 Jobs in Gefahr

Frankfurt/Main - Der Daimler-Betriebsrat sieht wegen der Verlagerung der Mercedes-C-Klasse-Produktion aus Sindelfingen rund 3.000 Jobs in dem Stammwerk bedroht.

“Wir fordern konkrete Zusagen und zusätzliche Aufgaben“, sagte Betriebsratschef Erich Klemm dem Nachrichtenmagazin “Focus“. Klemm will dem Blatt zufolge in den am Montag beginnenden Verhandlungen einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis 2020 durchsetzen.

Befürchtung: Auch Fertigungskapazitäten der E-Klasse könnte abwandern

Im Sindelfingen wird befürchtet, dass ab 2016 auch Fertigungskapazitäten der E-Klasse abwandern könnten. Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche bestritt in “Focus“ entsprechende Pläne: “C- und E-Klasse sind aus wirtschaftlicher Sicht nicht vergleichbar“, sagte Zetsche. “Deshalb gibt es keinen Grund, Sindelfingen als E-Klasse-Standort infrage zu stellen.“ Nach Informationen der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ wollten sich Daimler-Vorstand und Betriebsrat bereits am (heutigen) Sonntag zu ersten Verhandlungen treffen. Ein Daimler-Sprecher wollte dies auf AP-Anfrage nicht bestätigen.

Mittelklassemodell wird in Alabama gebaut

Die Daimler-Unternehmensführung schockierte vor einigen Tagen die Belegschaft im Stammwerk mit der Nachricht, dass die wichtige C-Klasse ab 2014 in Deutschland nur noch in Bremen gebaut werden soll sowie erstmals im Werk in Tuscaloosa im US-Staat Alabama. Aus Protest gegen die Pläne ruhte am Mittwoch in Sindelfingen die komplette Produktion. Bislang wird die C-Klasse in Sindelfingen, Bremen, Südafrika und China gefertigt. In der gesamten Produktion in Sindelfingen arbeiten laut Daimler zurzeit 20.000 Beschäftigte, davon weniger als 4.000 für die C-Klasse.

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